"Sommersee", 140x100cm

von Ekaterina Moré

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Originalgemälde/ Unikat
Technik: Acryl auf Leinwand
Format: 140x100cm
Auf Keilrahmen gespannt, fertig zum Aufhängen

Sommersee – The fragrance of watercolors

Vor mir die alte Villa am Waldrand und hinter mir „mein“ kleiner See:
Mein Lieblingsplatz, solange ich denken kann – mein Daheim.

Seit meiner Kindheit ist dieser versteckte Winkel mein sicherer Zufluchtsort, zuverlässig und unveränderlich und doch so wandelbar.

Ich erinnere mich gut an den Tag, an dem ich das verborgene Plätzchen entdeckte.
Im Alter von etwa acht Jahren muss es gewesen sein, als ich verzweifelt und wutschäumend den schmalen Weg durch den verwilderten Garten bis zum See gelaufen bin.
Außer Atem wählte ich diesen Platz, um mich zornig auf die Erde zu werfen, empört und erbittert, dass meine Eltern die Stadtwohnung verkauft und sich in dem alten Haus am Land niedergelassen hatten.

Verletzt über den Verlust meiner gewohnten Umgebung und meiner Freunde starrte ich damals böse hinauf in einen wolkenverhangenen Himmel, aus dem stetig ein leichter Regen fiel. Als ich den kleinen See bemerkte, schien er meine Stimmung – wie in all den folgenden Jahren - verständnisvoll zu teilen.
Auf seinem schiefergrauen Wasser zeichneten die Regentropfen die Tränenspuren auf meinem Gesicht nach, während mich ein beruhigender Geruch nach feuchter Erde und nassem Laub fast tröstend einhüllte.

Auch später, als ich längst gelernt hatte, das Leben in dem alten Anwesen am See zu lieben, spiegelte das Wasser meines kleinen Sees und die Luft an diesem Ort meine Gemütsverfassung stets wieder.

Da waren die heißen Sommerferientage mit der strahlenden Sonne am azurblauen Himmel, an dem er mich mit türkisgrüner Kühle erfrischte, während die Luft erfüllt war mit dem betörenden Duft nach frischem Gras, nach den Flieder- und Lavendelbüschen und den wilden Rosen des verträumten Gartens.

Nach den Anstrengungen lästiger Hausaufgaben an verregneten Herbsttagen empfing er mich mitfühlend in melancholischem Schlammgrün mit dem Aroma von feuchtem Holz, Schilf und Moos.

Eisblau schimmerte er unter der Wintersonne, wenn ich in kindlicher Vorfreude auf die Weihnachtstage den frischen, prickelnden Geruch der Schneeflocken atmete, die sich tanzend auf meiner Nasenspitze niederließen.

In tiefem Smaragdgrün begrüßte mein See mit mir den Frühling, der auf meinem Lieblingsplatz stets nach Löwenzahn, Bärlauch, Maiglöckchen und Narzissen duftete.

Auch mein erster Kuss wurde von meinem kleinen See angemessen begleitet: Die Schmetterlinge in meinem Bauch tanzten im Licht der untergehenden Sonne, die das Wasser in orange-roten und lila-violetten Facetten glühen ließ. Das Farbenspiel leuchtete wie die wilden Orchideen, deren Duft sich mit dem des Nachtjasmins und dem Zitronen- und Vanille-Aroma der Engelstrompeten mischte.

Aber ich erinnere mich auch an den Abschied.
An dem Abend, als ich meinen See verließ, um mein Studium im Ausland aufzunehmen, lag er kühl, schwarz und abweisend da.
Später erst dachte ich an die funkelnden Strahlen zurück, die der Mond auf seine Oberfläche gemalt hatte – sie erschienen mir in all den Jahren stets wie silberne Hoffnungsschimmer.

Heute stehe ich wieder hier und schaue auf die alte Villa, die meine Eltern vor einiger Zeit schweren Herzens gegen eine altersgerechte Wohnung eingetauscht und mir damit ein Erfolgsziel gesteckt hatten, das ich seither niemals aus den Augen verloren habe.

Heute stehe ich wieder hier und schaue auf MEINE alte Seevilla.
Der Rückkauf ist geglückt, endlich bin ich wieder Zuhause – und mein See empfängt mich in einem triumphierenden, warmen, tiefglänzenden Gold und mit dem Bouquet sonnengeküsster Pfirsiche – so schimmern und duften für mich heute die süßen Früchte des Erfolgs.

„Seine Heimat hat man dort gefunden, wo man die Jahreszeit am Duft erkennt“
(K. M. Mühlfeld Bonn)

jimmy

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