"Tomorrow seems so far away", 140x100cm

von Ekaterina Moré

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Originalgemälde/ Unikat
Technik: Acryl auf Leinwand
Format: 140x100cm
Auf Keilrahmen gespannt, fertig zum Aufhängen

 

Tomorrow seems so far away - "Young stars are 'morning glories"'
„I don't want much, I just want more!“
Leise die Melodie von „A Star is born“ vor sich hin summend betrachtete sie - wie jeden Tag - bewundernd ihr Bild.

„Was einen Star ausmacht? Es ist entweder eine Art elektrisierender Spannung oder eine Art von Energie. Ich weiß es nicht genau. Aber egal, was es ist: Ich habe es!“ 
(Katharine Hepburn)

„Die Hepburn hat Recht und ich habe es auch!“, sie lächelte zufrieden und ließ den Rauch ihrer Zigarette genüsslich die Nase entweichen.
Ihre geliebte, elegante Zigarettenspitze – endlich hatte sie sie wieder gefunden.
Sie hatte ihr schon länger gefehlt, war irgendwann verschwunden gewesen, wann und wo nur? 

Die elektrisierende Spannung, die von ihrem Bild ausging, war körperlich spürbar – sie fröstelte beinahe und wollte instinktiv die nackten Schultern und das tief ausgeschnittene Dekolleté bedecken.
Der Schnitt und der Stoff ihres alten Morgenmantels hätten das erlaubt, denn das schon ein wenig abgetragene Stück war ausgesprochen bequem und wärmte wunderbar.
Aber er entsprach in keiner Weise der wundervollen, schwarzen Seide des so geliebten Cocktailkleides und da der Abend schon fortgeschritten war, aber noch nicht vorbei, hatte sie sich noch aufgerafft und umgekleidet.
Die seidene Pracht wartete ja immer geduldig im Schrank.

Die Art von Energie, die sie auf dem Bild verströmte, entsprang aber nicht allein dem verführerischen Outfit, sondern vielmehr der ebenso eleganten wie verlockenden Attitüde, dem magnetischen Blick und dem charmant zurückhaltenden Lächeln.
Mittlerweile merkte sie aber auch, dass es harte Arbeit war, immer auf ihre charismatische Ausstrahlung zu achten und sich niemals gehen zu lassen. . . 

„Aber egal, ich habe es!“, dachte sie zufrieden, während sie einen tiefen Schluck von dem billigen Rotwein nahm, den sie sich, allein zu Hause, gerne einschenkte. Der stilvolle Tumbler in ihrer Hand war eine Täuschung, denn die Wahrheit war: Das Whiskyglas verlieh der jungen Dame, die hier so geheimnisvoll lächelte, vielleicht einen kultivierten, mondänen Touch – aber sie mochte weder Geschmack noch Geruch der edlen Spirituose. Der gefälschte Inhalt des Glases war ein Zugeständnis ans Alleinsein. 

Sie erlaubte sich diese eine, kleine Zugeständnis, weil sie alleine war, aber sie wollte dabei trotzdem weder ihr Bild aus den Augen lassen noch das Ende ihres Lieblingsfilmes mit ihrem Idol vergessen.

The Morning Glory: 
„Die Jugend hat ihre Stunde des Ruhmes. Aber zu oft ist es nur ein Morgenruhm - eine Blume, die verblasst, bevor die Sonne sehr hoch ist.“
The End:
„Sie bleibt allein in der Künstlergarderobe zurück, schaut in den Spiegel und schwört, nicht das gleiche Schicksal zu erleiden.. . .“

Wie gern hätte sie sich jetzt in ihren behaglichen Morgenmantel gehüllt und bequem auf dem Sofa ausgestreckt – aber dadurch hätte ihr (Spiegel-)Bild aus den Augen verloren. . .und das durfte nicht passieren, denn sie hatte sich geschworen, dass diese Blume nicht verblassen würde.
„I want everything“, sie summte immer noch, die Beine übergeschlagen, den Blick verträumt, das Bild noch immer unverändert. (Noch) immer ein Star!
Der Ruhm verblasst? 
Vielleicht Morgen. . .

„Frauen von heute warten nicht auf das Wunderbare - sie inszenieren ihre Wunder selbst.“ (Katharine Hepburn)
jimmy
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