Starke Frauengestalten begleiten mich eigentlich seit meiner Kindheit.
In russischen Märchen waren Frauen für mich nie nur schön. Sie konnten klug sein, listig, mutig, geheimnisvoll oder manchmal sogar gefährlich. Dazu kamen die Frauen aus griechischen Mythen und fernöstlichen Sagen. Sehr unterschiedliche Gestalten, aus völlig verschiedenen Welten – und doch blieb bei mir früh der Eindruck, dass Weiblichkeit offenbar viel mehr sein kann als eine einzige Vorstellung davon, wie eine Frau sein sollte.
Eine ganz andere Faszination waren alte Hollywoodfilme und italienische Filme mit ihrem Dolce-Vita-Gefühl. Dort erschienen Frauen manchmal wie glamouröse Diven: elegant, sinnlich, selbstbewusst, mit einer Präsenz, die weit über schöne Kleider oder ein perfektes Gesicht hinausging.
Auch Modezeitschriften haben mich geprägt. In meiner Kindheit in der Sowjetunion waren sie eine echte Rarität, vielleicht wirkten sie gerade deshalb so stark auf mich. Kleider, Frisuren, Schmuck und Modefotografie öffneten ein Fenster in eine Welt, die weit entfernt schien und meiner Fantasie umso mehr Raum gab.
Mit den Jahren kamen reale Eindrücke dazu: Frauen in Cafés, Begegnungen auf Reisen, ein bestimmter Blick, die Atmosphäre einer Bar, ein Kleid oder eine Filmszene, deren Handlung ich längst vergessen habe und deren Bild trotzdem geblieben ist. Dazu die Kunstgeschichte, Art Deco, Jugendstil und vieles, was sich irgendwann nicht mehr sauber voneinander trennen lässt.
Seit mehr als 25 Jahren fließen all diese Eindrücke in meine Malerei ein. Mythologische Figuren begegnen dort Frauen aus dem heutigen Leben, Erinnerungen an Filme vermischen sich mit Mode, Reisen und Beobachtungen des Alltags.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir das Thema Weiblichkeit bis heute nicht kleiner, sondern immer größer erscheint.

1. Warum die Frau immer wieder in meine Kunst zurückkehrt
Ich habe nie beschlossen: Ich werde eine Künstlerin, die Frauen malt.
Es hat sich einfach so entwickelt.
Natürlich gab es andere Motive. Blumen, Landschaften, Städte, Reisen, abstraktere Arbeiten. Aber irgendwann tauchte die Frau wieder auf. Und dann noch einmal. In völlig unterschiedlichen Formen und Stimmungen.
Manchmal ist sie sehr präsent. Sie schaut den Betrachter direkt an und scheint genau zu wissen, wer sie ist.
Ein anderes Mal sehen wir nur ihr Profil oder ihren Rücken. Vielleicht sitzt sie in einem Café, steht vor einer nächtlichen Stadt oder fährt in einem alten Cabriolet davon.
Mich interessiert dabei selten die konkrete Biografie dieser Frau.
Ich frage mich nicht unbedingt, wie sie heißt oder welchen Beruf sie hat.
Mich interessiert eher ihr innerer Zustand.
Was passiert in einem Menschen, wenn gerade niemand etwas von ihm verlangt?
Wie sieht Selbstbewusstsein aus, wenn es nicht demonstriert werden muss?
Kann eine Frau gleichzeitig stark und verletzlich sein, ohne dass sich darin ein Widerspruch befindet?
Solche Fragen lassen sich schlecht mit Worten beantworten.
Vielleicht male ich sie deshalb.
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2. Die Frau als Symbol der Seele
Über die Jahre ist die Frau in meiner Kunst immer stärker zu einem Symbol geworden.
Für mich ist sie häufig ein Bild der Seele.
Das klingt zunächst vielleicht groß. Gemeint ist aber etwas sehr Einfaches.
Wenn ich eine Frau male, denke ich nicht nur an ihr Äußeres. Mich interessiert, was sich hinter einem Gesicht, einer Haltung oder einer Bewegung verbergen könnte. Sehnsucht, Freude, Zweifel, Genuss, Unabhängigkeit, Verletzlichkeit – manchmal sogar mehrere dieser Dinge gleichzeitig.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft von Frauenbildern.
Wir sehen eine konkrete Figur, aber wir können etwas sehr Eigenes in ihr entdecken.
Ein Betrachter erkennt möglicherweise eine Frau aus seiner Erinnerung. Eine andere sieht etwas von sich selbst. Jemand fühlt sich von einer Haltung angezogen, ohne genau erklären zu können, weshalb.
Ich möchte diese Bedeutung nicht festlegen.
Ein Bild verliert für mich etwas, wenn es nur noch eine Botschaft illustriert.
Deshalb interessieren mich offene Geschichten.
Die Frau im Bild muss nicht erklären, wer sie ist.
Und ich möchte dem Betrachter nicht erklären, was er fühlen soll.

3. Weiblichkeit ist für mich kein festes Ideal
Weiblichkeit wird erstaunlich oft erklärt.
Wie eine Frau sein soll. Wie sie aussehen soll. Was stark oder schwach, feminin oder unfeminin sei.
Vielleicht beschäftigt mich das Thema gerade deshalb so sehr.
In meiner Kunst möchte ich kein neues Ideal an die Stelle eines alten setzen.
Mich interessiert die Vielfalt.
Eine meiner Frauen trägt vielleicht ein Abendkleid, Lippenstift und lange Handschuhe. Eine andere sitzt ganz ruhig am Wasser. Manche Figuren wirken beinahe glamourös, andere zurückgezogen. Es gibt selbstbewusste Frauen und nachdenkliche, geheimnisvolle und lebensfrohe.
Keine davon ist für mich „weiblicher“ als die andere.
Sinnlichkeit kann ebenso in einem freien Rücken liegen wie in einem Blick. Eleganz kann mit einem besonderen Kleid entstehen, aber auch mit der Art, wie jemand sich bewegt. Stärke wiederum muss nicht immer sichtbar sein.
Gerade diese Widersprüche machen das Thema für mich interessant.
Vielleicht ist Weiblichkeit weniger etwas, das man definieren kann, als etwas, das sich ständig verändert – mit dem Alter, mit Erfahrungen, mit Lebensphasen und manchmal sogar von einem Tag zum nächsten.
Auch meine eigenen Bilder haben sich dadurch verändert.
Die Frauen, die ich heute male, sind nicht dieselben wie vor zwanzig Jahren.
Vielleicht hat sich nicht nur meine Malerei verändert.
Vielleicht hat sich auch mein Blick auf Frauen verändert.
4. Warum Schönheit in meiner Kunst wichtig ist
Schönheit hat in der Kunst manchmal einen etwas schwierigen Ruf.
Fast so, als müsse ein Werk unbequem, düster oder verstörend sein, um wirklich etwas zu bedeuten.
Das habe ich nie ganz verstanden.
Natürlich kann Kunst all das sein. Aber warum sollte Schönheit weniger ernst zu nehmen sein?
Mich haben schöne Dinge immer stark berührt.
Farben. Stoffe. Ein gut geschnittenes Kleid.
Licht auf einer Fassade.
Ein alter Film.
Ein Blumenstrauß, der eigentlich viel zu groß für den Tisch ist.
Eine elegante Hotelbar.
Ein stiller Winterabend in einer Stadt.
Vielleicht hängt das auch mit meiner Herkunft zusammen. In St. Petersburg habe ich früh erlebt, wie sehr Architektur, Farbe und Gestaltung eine Atmosphäre prägen können. Schönheit war dort nie nur Dekoration. Sie gehörte zum Stadtbild, zu Fassaden, Innenräumen, Theatern und Bildern.
Auch später habe ich immer wieder gemerkt, wie stark bestimmte Orte auf mich wirken.
Nicht weil dort alles perfekt ist, sondern weil etwas zusammenkommt: Licht, Farbe, Proportion, vielleicht eine bestimmte Langsamkeit.
Diese Erfahrungen tauchen irgendwann in meinen Bildern wieder auf.
Deshalb ist Schönheit für mich kein oberflächliches Thema.
Sie verändert unsere Wahrnehmung.
Und manchmal verändert sie sogar, wie wir uns selbst in einem Moment erleben.
5. Wie ich Lebensfreude sehe
Wenn ich über meine Kunst spreche, benutze ich häufig den Begriff Lebensfreude. Dabei meine ich nicht dieses dauerhafte, fast demonstrative Glücklichsein, das man manchmal in Werbung sieht.
Für mich zeigt sich Lebensfreude eher in kleinen Momenten.
Eine Frau bleibt noch etwas länger im Café sitzen, obwohl sie längst weitergehen könnte. Eine andere schaut auf das Meer. Vielleicht trägt sie ein Kleid, das keinen praktischen Zweck erfüllen muss, sondern einfach schön ist und ihre Haltung verändert.
Solche Szenen tauchen in meinen Bildern immer wieder auf: Wein, Reisen, Cafés, schöne Kleidung, Oldtimer, Gärten, sommerliche Abende.
Man könnte sie einfach als angenehme Motive betrachten. Für mich erzählen sie aber auch davon, dass unser Leben nicht nur aus Funktion, Terminen und Aufgaben bestehen sollte.
Wir verbringen erstaunlich viel Zeit damit, Dinge zu erledigen. Umso wertvoller werden vielleicht gerade die Momente, die keinen messbaren Nutzen haben: ein gutes Gespräch, Musik, Kunst, ein schöner Raum oder einfach Zeit, in der nichts erledigt werden muss.
Ich habe solche Dinge nie für nebensächlich gehalten.
Vielleicht sind es sogar genau diese Momente, die unserem Leben im Rückblick seine Farbe geben.
6. Aus einem Thema sind verschiedene Bildwelten entstanden
Obwohl die Frau fast immer im Mittelpunkt meiner Arbeit steht, sehen meine Werke nicht alle gleich aus.
Mit den Jahren sind unterschiedliche Bildsprachen entstanden.
Das empfinde ich nicht als Widerspruch. Eher wie verschiedene Möglichkeiten, über dasselbe große Thema nachzudenken.
Feminine Glamourism
Im Feminine Glamourism begegnen sich klare Linien, Fashion, Film, moderne Art-Deco-Einflüsse und eine oft cineastische Atmosphäre.
Diese Frauen wirken häufig sehr präsent. Manchmal elegant, manchmal geheimnisvoll, manchmal vollkommen in einem Moment des Genusses versunken.
Mich interessieren dabei besonders die Übergänge zwischen verschiedenen Zeiten. Eine Frisur erinnert vielleicht an die 1950er Jahre, ein Kleid könnte heute getragen werden, die Komposition besitzt etwas von einer alten Plakatgestaltung.
So entsteht eine Welt, die vertraut wirkt, ohne eindeutig einer Epoche zu gehören.
➤ Zum Artikel: “Feminine Glamourism – Exklusive Kunst im modernen Art Deco Stil”
Flowismus
Der Flowismus kommt aus einer anderen Richtung.
Hier wird die Linie bewegter und organischer. Farbe und Form fließen stärker ineinander, und die Verbindung zum Jugendstil ist deutlicher zu spüren.
Mich interessiert dabei besonders Bewegung – nicht nur körperlich, sondern als innerer Zustand.
Das Leben bleibt schließlich nie wirklich stehen.
Wir verändern uns, manchmal langsam und kaum sichtbar, manchmal plötzlich.
Im Flowismus versuche ich, etwas von dieser Bewegung sichtbar zu machen.
➤ Zum Artikel: “Flowismus: Weiblichkeit, Lebensfreude & moderne Kunst im Fluss”
Auf den ersten Blick unterscheiden sich beide Stilwelten deutlich.
Und trotzdem erkenne ich in ihnen dieselben Fragen wieder.
Wie fühlt sich Freiheit an?
Was bedeutet es, bei sich selbst zu sein?
Wie verändert sich eine Frau im Laufe ihres Lebens?
Und warum berührt uns manchmal gerade ein Bild, das gar nichts über uns wissen kann?
7. Was meine unterschiedlichen Werke verbindet
Ich glaube nicht, dass Kunst immer eine eindeutige Botschaft braucht.
Meine Bilder sollen niemandem erklären, wie er leben oder fühlen soll.
Viel interessanter finde ich, wenn zwischen einem Menschen und einem Bild etwas entsteht, das ich selbst nicht planen kann.
Vielleicht bleibt jemand wegen einer Farbe stehen.
Vielleicht wegen einer Frau, deren Haltung ihn an jemanden erinnert.
Vielleicht passt das Bild überhaupt nicht zu dem, was er ursprünglich gesucht hat – und gerade deshalb lässt es ihn nicht mehr los.
Solche Begegnungen habe ich in vielen Jahren als Künstlerin immer wieder erlebt.
Sie erinnern mich daran, dass ein Bild irgendwann nicht mehr mir allein gehört.
Ich habe es gemalt.
Aber was ein anderer Mensch darin sieht, kann vollkommen anders sein.
Vielleicht verbindet genau das meine Arbeiten stärker als ein bestimmter Stil.
Die Frau bleibt häufig im Mittelpunkt, weil sie für mich so viele Möglichkeiten in sich trägt. Farbe ist wichtig. Schönheit ebenso. Lebensfreude spielt eine Rolle, aber auch Melancholie, Sehnsucht und Nachdenklichkeit.
Ich möchte diese Dinge nicht voneinander trennen.
Das Leben tut es schließlich auch nicht.
8. Warum ein Original für mich etwas Besonderes bleibt
Wir sehen heute sehr viele Bilder.
Auf dem Smartphone, in sozialen Medien, auf Webseiten. Manche davon gefallen uns für einige Sekunden, bevor wir weiterscrollen.
Ein Original funktioniert für mich anders.
Es bleibt.
Nicht nur, weil es materiell existiert, sondern weil man mit ihm Zeit verbringt.
Meine Gemälde entstehen von Hand in meinem Atelier. Farben werden aufgebaut und wieder verändert, Linien korrigiert, Flächen überarbeitet. Manche Entscheidungen dauern lange und sind im fertigen Bild später kaum noch sichtbar.
Genau das gehört für mich dazu.
Ein gutes Bild soll nicht zeigen, wie viel Arbeit darin steckt.
Es soll irgendwann selbstverständlich wirken.
Wenn ein Original später bei einem Sammler hängt, beginnt noch einmal etwas Neues. Das Licht im Raum verändert seine Farben. Man sieht das Bild morgens anders als abends. Manche Details entdeckt man erst nach Monaten.
Vielleicht ist das einer der Gründe, warum Menschen ein Original oft sehr persönlich auswählen.
Nicht nur, weil es zur Einrichtung passt.
Sondern weil sie mit diesem einen Bild leben möchten.
➤ Zum Artikel: "Besondere Geschenke für Frauen – Einzigartige Kunstwerke mit emotionaler Bedeutung "
9. Eine Bildwelt, die weiter wächst
Nach mehr als 25 Jahren habe ich nicht das Gefühl, über Weiblichkeit alles gesagt zu haben.
Eher das Gegenteil.
Je länger ich male, desto mehr Möglichkeiten entdecke ich.
Neue Figuren entstehen, neue Themen kommen hinzu, manche alten Gedanken verändern sich. Auch meine Bildsprache entwickelt sich weiter.
Ich möchte nicht immer wieder dasselbe Bild malen, nur weil es einmal funktioniert hat. Gleichzeitig möchte ich das nicht verlieren, was meine Arbeit von Anfang an geprägt hat: die Frau als Mittelpunkt, die Freude an Farbe und Form und meine Faszination für diese schwer erklärbare Mischung aus Sinnlichkeit, Schönheit, Stärke und innerer Welt.
Vielleicht ist genau das meine künstlerische Heimat: keine einzelne Stilrichtung, sondern eine Bildwelt, in der die Frau immer wieder anders erscheinen kann.
Wenn du diese Welt kennenlernen möchtest:
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Vielleicht findest du ein Bild, das zunächst einfach deinen Blick festhält – und entdeckst erst später, warum.
Wenn du nach einem bestimmten Werk suchst oder wissen möchtest, welche Originale aktuell verfügbar sind, kannst du mir auch direkt schreiben:
Häufige Fragen zu Ekaterina Morés Kunst und Frauenbildern
Warum stehen Frauen im Mittelpunkt der Kunst von Ekaterina Moré?
Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich Ekaterina Moré mit Frauenbildern. Die Frau ist für sie nicht nur ein ästhetisches Motiv, sondern häufig ein Symbol der Seele. Ihre Bilder erzählen von unterschiedlichen Facetten der Weiblichkeit – von Sinnlichkeit, Schönheit und Lebensfreude ebenso wie von Nachdenklichkeit, Freiheit und innerer Stärke.
Was prägt die Frauenbilder von Ekaterina Moré?
Die Bildwelt von Ekaterina Moré ist von sehr unterschiedlichen Quellen geprägt: russischen Märchen und mythologischen Frauengestalten, griechischen Mythen, Film, Mode, Art Deco, Jugendstil sowie persönlichen Beobachtungen auf Reisen und im Alltag. Daraus hat sich über viele Jahre eine eigenständige künstlerische Sprache entwickelt.
Welche Kunststile hat Ekaterina Moré entwickelt?
Zu ihren zentralen Bildwelten gehören Feminine Glamourism und Flowismus. Feminine Glamourism verbindet Frauenbilder mit Einflüssen aus Art Deco, Fashion, Film und Plakatkunst. Flowismus arbeitet stärker mit organischen Linien, Bewegung, Farbe und Einflüssen des Jugendstils.
Was bedeutet Weiblichkeit in der Kunst von Ekaterina Moré?
Weiblichkeit ist für Ekaterina Moré kein festes Ideal. Gerade ihre Vielschichtigkeit interessiert sie: Eine Frau kann elegant und unkonventionell, sinnlich und nachdenklich, selbstbewusst und verletzlich zugleich sein. Deshalb legt sie die Bedeutung ihrer Figuren nicht vollständig fest, sondern lässt Raum für die Interpretation des Betrachters.






