2005 bekam ich die Möglichkeit, meine Kunst auf ein völlig neues Medium zu übertragen: Porzellan.
Bis dahin hatte ich vor allem auf Leinwand und Papier gearbeitet. Plötzlich stellte sich eine ganz andere Frage: Wie lässt sich meine Bildsprache auf ein Objekt übertragen, das nicht flach ist, sondern eine eigene Form besitzt? Wie verändert sich ein Frauenmotiv auf einer Vase, einer Tasse oder einem Porzellanobjekt? Und wie können Farbe, Linie und Form miteinander verschmelzen?
Aus dieser ersten Zusammenarbeit mit Rosenthal entwickelte sich über mehrere Jahre eine ganze Reihe von Künstlerkollektionen aus Porzellan und Glas.
Für mich war diese Zeit weit mehr als ein Ausflug in die Welt des Produktdesigns. Sie hat meinen Blick darauf geprägt, wie Kunst mit Räumen, Materialien und Gegenständen zusammenwirkt – ein Gedanke, der mich in meiner Arbeit bis heute begleitet.

Erste Präsentation meiner Rosenthal-Kunstedition bei der Messe Ambiente, 2005
1. Von der Leinwand auf Porzellan – meine ersten Entwürfe für Rosenthal
Meine erste Kollektion für Rosenthal entstand 2005.
Rosenthal gehörte für mich schon damals zu den großen Namen des deutschen Designs. Umso spannender war die Vorstellung, meine eigenen Frauenmotive auf Porzellan zu sehen.
Die Serie entstand unter dem Gedanken „Kunst in Porzellan“.
Zu den ersten Entwürfen gehörte unter anderem eine Stapeldose mit dem Motiv eines schlafenden Mädchens. Außerdem durfte ich den bekannten Rosenthal-Porzellanhasen mit meiner eigenen Bildsprache gestalten.
Was heute selbstverständlich klingt, war damals ein völlig anderer Arbeitsprozess als meine Malerei.
Ich arbeitete mit Originalzeichnungen und gemalten Entwürfen. Die Möglichkeiten, Designs direkt am Computer realistisch auf dreidimensionalen Produkten zu visualisieren, waren noch längst nicht so selbstverständlich wie heute.
Vieles musste deshalb im Kopf entstehen.
Wie läuft eine Linie um einen Körper herum? Wo beginnt ein Motiv, wo endet es? Welche Bereiche bleiben bewusst ruhig? Und wie wirkt ein Gesicht, wenn es sich um eine runde Form legt?
Gerade das machte die Arbeit interessant.
Ich wollte meine Bilder nicht einfach wie eine Illustration auf Porzellan setzen. Das Motiv sollte mit dem Objekt zusammengehören.

2. Colorful Swing – Weiblichkeit, Farbe und Bewegung werden zu Design
2006 entstanden weitere Kollektionen.
In dieser Zeit entwickelte sich meine Serie „Colorful Swing“, eine farbintensive Bildwelt aus geschwungenen Linien, Frauenmotiven und klar abgegrenzten Farbflächen.
Die Motive wurden speziell für die Porzellankollektionen weiterentwickelt.
Mich interessierte dabei besonders die Verbindung zwischen weiblichen Formen und den Rundungen des Porzellans. Die Linien meiner Figuren konnten sich über Teller, Vasen und andere Objekte fortsetzen und bekamen dadurch eine Bewegung, die auf einer Leinwand ganz anders funktioniert.
Es entstanden farbenfrohe Vasen und Sammelteller, die Weiblichkeit nicht dekorativ, sondern als selbstbewusste, sinnliche Bildsprache zeigten.
Diese Entwürfe wurden unter anderem auf der Ambiente in Frankfurt präsentiert.
Für mich war es faszinierend, dort zu erleben, wie aus einer Zeichnung aus meinem Atelier plötzlich ein fertiges Designobjekt geworden war – produziert in einer Serie und eingebettet in die Welt einer international bekannten Marke.

3. Face to Face – wenn nicht nur das Motiv, sondern auch die Form entsteht
Eine der für mich interessantesten Rosenthal-Arbeiten war die Vasenserie „Face to Face“.
Hier ging meine Gestaltung einen entscheidenden Schritt weiter.
Ich entwickelte nicht nur die Motive der Vasen, sondern beschäftigte mich auch mit ihrer Form.
Die Öffnungen der Vasen wurden bewusst so gestaltet, dass sie an Blütenformen erinnern. Dadurch sollte eine Verbindung zwischen Vase, Motiv und den später darin stehenden Blumen entstehen.
Dieser Gedanke beschäftigt mich bis heute.
Ein Kunstwerk oder Designobjekt steht niemals völlig isoliert im Raum. Es begegnet Materialien, Möbeln, Licht, Architektur und anderen Formen.
Bei „Face to Face“ entstand deshalb für mich eine Art Dialog: zwischen dem weiblichen Gesicht auf der Vase, der geschwungenen Form des Glases und den natürlichen Linien einer Blume.
Gerade diese Verbindung zwischen Kunst und Objekt fand ich besonders spannend.

Vasen der Serie "Face to face"
4. Von der Zeichnung zur fertigen Kollektion
Parallel entstanden weitere Serien für Rosenthal.
Dazu gehörten beispielsweise die Tassenkollektionen:
„Colorful Melody“
„Sweet Scent“
„Karneval der Sinne“
und
„Romance“.
Jede Serie hatte ihren eigenen Charakter, blieb aber eng mit meiner damaligen Malerei verbunden.
Frauen, Gesichter, florale Formen, intensive Farben und geschwungene Linien tauchten immer wieder auf.
Die Herausforderung bestand darin, daraus keine verkleinerte Version eines Gemäldes zu machen.
Eine Kaffeetasse wird in die Hand genommen. Man sieht sie aus unterschiedlichen Perspektiven. Ein Motiv verschwindet auf der Rückseite und taucht wieder auf. Henkel, Rundungen und Übergänge werden plötzlich Bestandteil der Komposition.
Genau solche Details machten die Arbeit für mich so interessant.

Kollektionsentwürfe zu der Kaffe-Tassen Serie "Romance"

fertige Kaffeetassen-Serie "Romance"
5. Präsentationen, Signierstunden und Begegnungen mit Sammlern
Die Rosenthal-Kollektionen führten mich auch aus meinem Atelier hinaus.
Auf Messen wie der Ambiente in Frankfurt präsentierte ich die neuen Entwürfe und gab Signierstunden. Später folgten Präsentationen und Aktionen in verschiedenen europäischen Städten.
Das war für mich eine ungewöhnliche Erfahrung.
Als Malerin arbeite ich normalerweise lange allein an einem Bild. Bei einer Designkollektion begegnet das eigene Motiv dagegen plötzlich sehr vielen Menschen gleichzeitig.
Und ich konnte unmittelbar beobachten, worauf Menschen reagieren.
Welche Farben ziehen sie an?
Welche Motive bleiben ihnen im Gedächtnis?
Welches Objekt möchten sie tatsächlich mit nach Hause nehmen?
Solche Begegnungen haben meinen Blick auf Kunst sicherlich mitgeprägt.
Denn so persönlich Kunst für mich beim Entstehen ist – irgendwann verlässt sie mein Atelier. Dann beginnt ein anderes Leben des Werkes.

6. Wenn Entwürfe viele Jahre später wieder auftauchen
Besonders schön finde ich, dass mir die Rosenthal-Kollektionen bis heute immer wieder begegnen.
Manchmal schreiben mir Menschen, die eine Vase, eine Tasse oder einen Sammelteller besitzen. Andere schicken mir Fotos davon, wie die Objekte bei ihnen zu Hause stehen.
Ein Entwurf, den ich vor vielen Jahren in meinem Atelier gezeichnet habe, steht dann irgendwo in einem Wohnzimmer, einer Vitrine oder auf einem gedeckten Tisch.
Das berührt mich.
Vielleicht auch deshalb, weil Design anders lebt als ein Gemälde.
Eine Tasse wird benutzt. Eine Vase bekommt immer wieder neue Blumen. Ein Objekt wird verschenkt, gesammelt oder über viele Jahre aufbewahrt.
So wird aus einem künstlerischen Entwurf irgendwann ein Teil einer persönlichen Geschichte.

7. Was die Zusammenarbeit mit Rosenthal meine Kunst bis heute prägt
Die Jahre mit Rosenthal haben meinen Blick auf Kunst verändert.
Bei einem Gemälde bestimme ich zunächst selbst den Raum, in dem meine Bildwelt entsteht. Bei einem Designobjekt kommt eine weitere Ebene hinzu: Das Kunstwerk muss mit Material, Form, Funktion und Umgebung zusammenspielen.
Gerade bei den Vasen wurde mir bewusst, wie viel stärker Kunst wirken kann, wenn diese Elemente nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander.
Eine Linie kann die Rundung eines Objektes aufnehmen.
Eine Farbe kann ein Material verändern.
Ein Motiv kann eine Form betonen oder bewusst brechen.
Vielleicht denke ich deshalb auch heute noch selten nur an „ein Bild“.
Wenn ich ein Gemälde in einem Interior sehe, interessiert mich automatisch, was rundherum passiert: die Wandfarbe, Möbel, Licht, Architektur, Materialien und vor allem die Atmosphäre eines Raumes.
Ein Werk kann einen Raum beruhigen, ihm Spannung geben oder ihm eine völlig neue Identität verleihen.
Diese Gedanken spielen heute besonders bei meinen Kunstprojekten und bei der Entwicklung von Originalkunst für besondere Interieurs eine wichtige Rolle.

8. Von Rosenthal zu meinen heutigen Kunstprojekten
Meine Arbeit hat sich seit den Rosenthal-Kollektionen weiterentwickelt.
Heute liegt mein Schwerpunkt wieder klar auf Originalgemälden.
In meinen Frauenbildern und floralen Werken beschäftige ich mich weiterhin mit Weiblichkeit, Sinnlichkeit, Schönheit und der emotionalen Wirkung von Farbe und Form.
Gleichzeitig ist die Erfahrung aus dem Designbereich geblieben.
Mich interessiert, wie Kunst Teil eines größeren Gesamtkonzeptes werden kann – in einem privaten Interior ebenso wie in einem Boutique-Hotel, einer Praxis oder einem besonderen Unternehmensprojekt.
Dabei muss Kunst für mich nicht angepasst und beliebig werden.
Im Gegenteil.
Die spannendsten Projekte entstehen für mich dort, wo ein Raum oder eine Marke eine eigene Identität besitzt und meine künstlerische Handschrift etwas Eigenständiges hinzufügen kann.
Kunst sollte nicht aussehen, als hätte man am Ende noch schnell etwas für die Wand gesucht.
Sie darf Teil der Geschichte eines Ortes werden.
9. Kunst, Design und individuelle Kooperationen
Die Zusammenarbeit mit Rosenthal gehört deshalb bis heute zu den wichtigen Stationen meiner künstlerischen Arbeit.
Sie hat mir gezeigt, wie weit sich eine eigene Bildsprache entwickeln kann, ohne ihren Charakter zu verlieren.
Von einem Gemälde zur Porzellanoberfläche.
Von einer Zeichnung zur Vase.
Von einer Idee im Atelier zu einem Objekt, das später in vielen unterschiedlichen Interieurs weiterlebt.
Heute entwickle ich neben meinen freien Originalgemälden auch individuelle Kunstprojekte und ausgewählte Kooperationen.
Wenn Du für ein besonderes Interior, ein Hotel, ein Unternehmen oder eine Marke Originalkunst mit einer eigenständigen Handschrift suchst, kannst Du hier mehr über meine Arbeit erfahren:
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Häufige Fragen zu Rosenthal-Kollektionen von Ekaterina Moré
Welche Kollektionen hat Ekaterina Moré für Rosenthal entworfen?
Ekaterina Moré entwickelte für Rosenthal mehrere Künstlerkollektionen aus Porzellan und Glas, darunter „Colorful Swing“, „Face to Face“, „Colorful Melody“, „Sweet Scent“, „Karneval der Sinne“ und „Romance“. Die Entwürfe verbanden weibliche Motive, intensive Farben und geschwungene Formen mit der jeweiligen Objektgestaltung.
Hat Ekaterina Moré auch die Formen der Rosenthal-Vasen gestaltet?
Bei der Serie „Face to Face“ beschränkte sich die Gestaltung nicht nur auf die Motive. Auch die Form der Vasen wurde künstlerisch mitentwickelt. Die Öffnungen erinnern bewusst an Blütenformen und verbinden so Vase, Motiv und später eingesetzte Blumen zu einer Einheit.
Wann begann die Zusammenarbeit mit Rosenthal?
Die erste Rosenthal-Kollektion von Ekaterina Moré entstand 2005. In den folgenden Jahren kamen weitere Porzellan- und Glasserien hinzu, die unter anderem auf der Ambiente in Frankfurt präsentiert wurden.
Sind Rosenthal-Editionen von Ekaterina Moré heute noch erhältlich?
Einige der früheren Rosenthal-Editionen tauchen bis heute im Sammler-, Design- und Gebrauchtmarkt auf. Da es sich um ältere Kollektionen handelt, sind Verfügbarkeit und Zustand sehr unterschiedlich.
Arbeitet Ekaterina Moré heute noch an Kunst- und Designkooperationen?
Heute liegt der Schwerpunkt auf Originalgemälden und individuellen Kunstprojekten. Gleichzeitig fließen die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Rosenthal weiterhin in Projekte für besondere Interieurs, Unternehmen und Markenkooperationen ein.



