Kunst für die Frauenarztpraxis – 14 Originalgemälde für Asantae

Raumvisualisierung mit den Originalgemälden „Feel Beautiful Always“ und „Light of Femininity“ für die Frauenarztpraxis Asantae

Als ich die ersten fünf Originalgemälde für die Frauenarztpraxis Asantae in Winterthur entwarf, ahnte ich noch nicht, dass daraus einmal eine Sammlung von 14 Werken entstehen würde.

Dieses Kunstkonzept für die Frauenarztpraxis zeigt, wie individuell entwickelte Auftragskunst gemeinsam mit den Räumen wachsen kann. Die ersten fünf Gemälde entstanden für konkrete Behandlungsräume. Sie sollten Weiblichkeit sinnlich, vielschichtig und lebensnah zeigen.

Später kamen mit Light of Femininity und Feel Beautiful Always zwei Originale in sanfteren Farbtönen hinzu. Als Asantae seine Praxisräume erweiterte, fanden schließlich auch meine sieben Göttinnen ihren Platz im Wartebereich und auf den Fluren.

Heute verbinden 14 Originalgemälde die unterschiedlichen Räume miteinander. Sie empfangen die Patientinnen, begleiten das Praxisteam im Alltag und geben der Praxis eine unverwechselbare künstlerische Identität.

Das berührt mich an diesem Projekt besonders: Die Kunst wurde nicht nachträglich ausgewählt, um freie Wände zu füllen. Sie ist mit Asantae gewachsen und zu einem Teil der Geschichte dieser Praxis geworden.


Originalgemälde „Göttin Demeter“ von Ekaterina Moré im Flur der Frauenarztpraxis Asantae


1. Am Anfang stand nicht die Sammlung, sondern eine erste Idee

Als mich Dr. med. Anne Speierer, Inhaberin der Frauenarztpraxis Asantae in Winterthur, kontaktierte, ging es nicht um beliebige Bilder für freie Wände.

Die Werke sollten zur Ausrichtung der Praxis passen. Sie sollten Weiblichkeit nicht auf einen einzigen Lebensabschnitt, ein bestimmtes Alter oder eine festgelegte Rolle reduzieren.

Gerade in einer Frauenarztpraxis begegnen sich viele unterschiedliche Geschichten.

Frauen kommen mit Vorfreude oder Sorge, mit sehr persönlichen Fragen, in Zeiten der Veränderung oder zu einer regelmäßigen Untersuchung. Manche betreten die Praxis als junge Frau, andere während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Manche sind Mütter, andere möchten keine Kinder haben oder können keine bekommen.

Ein Bild kann all diese Erfahrungen nicht abbilden. Es sollte sie auch nicht kommentieren.

Aber Kunst kann einem Raum eine eigene Haltung geben: aufmerksam, wertschätzend, sinnlich und offen für unterschiedliche Formen des Frauseins.

Diese Offenheit wurde zum Ausgangspunkt des Projekts.

Wer sich zunächst grundsätzlich mit der Gestaltung medizinischer Räume beschäftigt, findet in meinem Beitrag über Kunst für Arztpraxen und Kliniken weitere Überlegungen zu Originalkunst, Raumwirkung und individuellen Kunstkonzepten.


2. Fünf Auftragsbilder für die ersten Praxisräume

Für Asantae entstanden zunächst fünf Originalgemälde im Flowismus. Jedes Werk erhielt ein eigenes Motiv und eine eigene Aussage. Gleichzeitig sollten alle Bilder miteinander verbunden sein und in den Räumen als zusammengehörige Werkgruppe erkennbar werden.

Die Titel lauteten:

  • Genießen

  • Mit dem Leben tanzen

  • Schön träumen

  • Sich fallen lassen

  • Zusammensein

Schon die Titel erzählen von verschiedenen menschlichen Bedürfnissen: Lebensfreude, Nähe, Ruhe, Vertrauen und dem Wunsch, sich für einen Moment nicht behaupten zu müssen.

Originalgemälde „Genießen“ von Ekaterina Moré mit ruhender Frau in Gelb und weißen Blumen, geschaffen für die Frauenarztpraxis Asantae

Genießen

Genießen zeigt eine ruhende Frauenfigur in einem warmen gelben Kleid. Neben ihr stehen weiße Blumen. Die geschwungenen Linien verbinden Figur, Blüten, Gefäß und Hintergrund zu einer gemeinsamen Bildwelt.

Für mich erzählt das Werk von der Fähigkeit, einen Augenblick bewusst anzunehmen.

Genuss bedeutet dabei nicht bloß Luxus oder äußere Schönheit. Es kann auch das einfache Empfinden sein, im eigenen Körper und im eigenen Leben gegenwärtig zu sein.

Gerade in einer Umgebung, in der der Körper medizinisch untersucht wird, setzt das Bild einen anderen Akzent: Der weibliche Körper erscheint nicht als Befund, sondern als selbstverständlicher Teil einer ganzen Persönlichkeit.

„Mit dem Leben tanzen“ von Ekaterina Moré zeigt zwei Frauen in warmen Gelb- und Orangetönen als Teil des Kunstkonzepts für Asantae

Mit dem Leben tanzen

Auf Mit dem Leben tanzen sind zwei Frauen zu sehen. Ihre Figuren und die warmen Farbflächen gehen ineinander über, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.

Das Gemälde steht für Bewegung, Wandel und Lebendigkeit. Zugleich erzählt es von Verbundenheit. Niemand tanzt vollkommen losgelöst von der Welt. Wir reagieren auf andere Menschen, auf Erfahrungen und auf Veränderungen, die wir nicht immer selbst bestimmen können.

Das Leben bleibt in Bewegung. Dennoch können wir versuchen, unseren eigenen Rhythmus darin zu finden.

Originalgemälde „Schön träumen“ von Ekaterina Moré mit ruhender rothaariger Frau und weißen Calla-Lilien

Schön träumen

Die Frau in Schön träumen hat die Augen geschlossen. Neben ihr stehen weiße Calla-Lilien. Ihr Körper folgt den weichen, kreisenden Linien des Bildes.

Mich interessiert an solchen Figuren nicht der Schlaf als Flucht vor der Wirklichkeit. Es geht um den inneren Raum, der entsteht, wenn die äußere Welt für einen Moment leiser wird.

Viele meiner Bildideen kommen mir in Träumen oder Tagträumen. In diesen Zwischenzuständen entstehen Verbindungen, die der Verstand vielleicht nicht geplant hätte. Farben, Gesichter, Landschaften und Erinnerungen finden auf eine andere Weise zueinander.

Schön träumen trägt etwas von dieser stillen inneren Freiheit in sich.

Flowismus-Gemälde „Sich fallen lassen“ von Ekaterina Moré mit ruhender Frau in Blau, Fischen und fließenden Formen

Sich fallen lassen

In Sich fallen lassen ruht eine Frau in einem blauen Kleid zwischen Fischen und fließenden Formen.

Der Titel kann zunächst nach vollkommenem Loslassen klingen. Für mich ist damit jedoch kein Aufgeben gemeint. Sich fallen lassen zu können setzt Vertrauen voraus – in einen Menschen, in einen Augenblick oder in die eigene Fähigkeit, nicht alles kontrollieren zu müssen.

Die Figur wird nicht von ihrer Umgebung verschlungen. Sie ist mit ihr verbunden. Die Linien von Wasser, Fischen, Körper und Farbe bilden einen gemeinsamen Rhythmus.

Originalgemälde „Zusammensein“ von Ekaterina Moré mit zwei verbundenen Frauen und einer weißen Blüte für die Praxis Asantae

Zusammensein

Zusammensein zeigt zwei Frauen, die sich einander zuwenden. Zwischen ihnen befindet sich eine weiße Blüte.

Dieses Bild erzählt nicht davon, dass zwei Menschen gleich sein müssen. Nähe entsteht für mich nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch eine Verbindung, in der Unterschiede bestehen dürfen.

Das Motiv kann an Freundschaft, Schwesternschaft, Mutter und Tochter oder an zwei Seiten derselben Persönlichkeit erinnern. Ich gebe keine eindeutige Beziehung vor. Die Betrachtenden dürfen ihre eigene Erfahrung darin wiederfinden.

Gerade diese Offenheit war für das gesamte Kunstkonzept wichtig.


Originalgemälde „Light of Femininity“ von Ekaterina Moré mit ruhender Frau in Gelb und weißen Blumen, geschaffen für die Praxis Asantae

3. Was Flowismus in diesem Projekt bedeutet

Im Flowismus gehören Bewegung, Wandel und der Fluss des Lebens ebenso zur Bildsprache wie die Verbundenheit.

Figuren, Farben, Naturformen und Linien stehen nicht isoliert nebeneinander. Sie gehen ineinander über, antworten aufeinander und bilden eine gemeinsame Welt.

Die Frauen in diesen Bildern erscheinen deshalb nicht vor einem beliebigen Hintergrund. Sie sind Teil ihres Umfeldes. Blumen, Tiere, Wasserformen und abstrakte Flächen führen ihre Bewegungen weiter.

Für die Praxis Asantae war diese Bildsprache besonders passend. Frauenheilkunde begleitet viele körperliche und persönliche Veränderungen. Gleichzeitig sind Menschen niemals nur die Summe einzelner Lebensphasen oder medizinischer Vorgänge.

Der Flowismus drückt für mich genau diese Ganzheit aus: Alles ist in Bewegung – und alles bleibt miteinander verbunden.


Die Originalgemälde „Feel Beautiful Always“ und „Light of Femininity“ von Ekaterina Moré als zusammengehörige Frauenbilder für Asantae

4. Zwei weitere Originale für die Behandlungsräume

Das erste Kunstkonzept bewährte sich im Alltag der Praxis. Als weitere Räume gestaltet wurden, kamen zwei neue Originalgemälde hinzu:

  • Light of Femininity

  • Feel Beautiful Always

Sie gehören zur gleichen künstlerischen Welt wie die ersten fünf Auftragsarbeiten, wirken in ihrer Farbigkeit jedoch etwas sanfter.

Light of Femininity

Light of Femininity zeigt eine ruhende Frau in einem hellen gelben Kleid. Weiße Blumen, warme Goldtöne und zurückhaltendes Blau geben dem Bild eine lichte Atmosphäre.

Der englische Titel lässt sich sinngemäß als „Licht der Weiblichkeit“ verstehen.

Dieses Licht ist für mich keine festgelegte Vorstellung davon, wie eine Frau sein sollte. Es steht vielmehr für eine innere Präsenz, die leise sein darf. Für Wärme, Wahrnehmung und die Fähigkeit, mit sich selbst und der Welt verbunden zu bleiben.

Feel Beautiful Always

In Feel Beautiful Always liegt eine Frau in einem rosafarbenen Kleid. In ihrer Nähe stehen rote Rosen. Die Komposition ist weich und sinnlich, ohne die Figur auf ihre äußere Erscheinung zu reduzieren.

Der Titel bedeutet für mich nicht: Eine Frau müsse jederzeit schön aussehen.

Er ist auch keine Aufforderung, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen.

„Feel beautiful“ richtet den Blick nach innen. Es geht um das Gefühl, sich selbst mit Freundlichkeit zu begegnen und die eigene Schönheit nicht allein an Jugend, Perfektion oder den Erwartungen anderer zu messen.

Diese Unterscheidung ist mir besonders in einer Frauenarztpraxis wichtig. Weiblichkeit darf nicht zu einer weiteren Anforderung werden. Sie darf individuell, widersprüchlich und wandelbar sein.

Mit den beiden neuen Werken bestand die Sammlung nun aus sieben Originalgemälden.

Doch das Projekt war noch nicht abgeschlossen.

 

Wartezimmer der Frauenarztpraxis Asantae mit den Originalgemälden Aphrodite und Hera von Ekaterina Moré

5. Als die Praxis wuchs, wuchs auch ihre Kunstsammlung

Später wurde die Praxis Asantae erweitert. Neue Flächen entstanden, und damit stellte sich erneut die Frage, welche Kunst diese Räume begleiten sollte.

Diesmal fiel die Wahl auf meine vollständige Serie der sieben Göttinnen.

Damit veränderte sich die Dimension des Projekts. Aus den ersten fünf Auftragsbildern und den beiden sanfteren Werken wurde eine Sammlung von insgesamt 14 Originalgemälden.

Die sieben Göttinnen fanden ihren Platz im Wartebereich und auf den Fluren. Dort begegnen sie nicht nur einzelnen Patientinnen in einem Behandlungszimmer. Sie bilden eine zusammenhängende Bilderfolge, die beim Gehen durch die Praxis immer wieder neue Frauenfiguren sichtbar macht.

Jede Göttin besitzt ihre eigene Farbwelt, ihre eigenen Symbole und ihre eigene Präsenz:

  • Aphrodite steht für Liebe, Sinnlichkeit und schöpferische Anziehung.

  • Demeter verkörpert Fürsorge, Fülle und die mütterliche Kraft.

  • Hera erinnert an Bindung, Würde und Partnerschaft.

  • Persephone erzählt von Wandlung und dem Übergang zwischen verschiedenen Welten.

  • Artemis steht für Unabhängigkeit, Zielstrebigkeit und Naturverbundenheit.

  • Athene verkörpert Klarheit, Strategie und geistige Stärke.

  • Hestia steht für innere Sammlung, Stille und das eigene Zentrum.

Keine dieser Figuren soll eine Frau vollständig erklären. Auch die antiken Göttinnen waren keine eindimensionalen Idealgestalten. Sie besaßen Stärken, Leidenschaften, Konflikte und Schattenseiten.

Gerade deshalb empfinde ich sie als zeitlos.

Mehr über die unterschiedlichen Bedeutungen dieser Figuren erzähle ich in meinem Beitrag über die sieben weiblichen Archetypen in der Kunst.


Die Originalgemälde Aphrodite, Artemis und Athene aus der Serie der sieben Göttinnen von Ekaterina Moré für die Frauenarztpraxis Asantae

6. Warum die sieben Göttinnen in eine Frauenarztpraxis passen

Eine Frauenarztpraxis ist ein besonderer Ort. Hier begegnen sich Medizin, Körperlichkeit, Intimität und sehr unterschiedliche Lebensgeschichten.

Deshalb wäre es zu eng, Weiblichkeit ausschließlich durch Schwangerschaft, Mutterschaft oder eine bestimmte Vorstellung von Schönheit darzustellen.

Die sieben Göttinnen öffnen das Thema.

Sie zeigen Frauen als Liebende, Mütter, Partnerinnen, Denkerinnen, unabhängige Persönlichkeiten und Bewahrerinnen ihres inneren Raumes. Manche Energien erscheinen kraftvoll und nach außen gerichtet. Andere wirken ruhig und gesammelt.

Natürlich trägt jeder Mensch mehrere dieser Seiten in sich.

Eine Frau kann fürsorglich und unabhängig sein. Sinnlich und analytisch. Verbunden und auf sich selbst bezogen. Sie kann in einer Lebensphase andere Eigenschaften benötigen als in einer späteren.

Die Göttinnen geben diesen unterschiedlichen Möglichkeiten eine symbolische Gestalt. Sie liefern keine Diagnose und keine Anleitung zur Selbstoptimierung. Sie laden lediglich dazu ein, Weiblichkeit weiter und vielschichtiger zu betrachten.

 

7. Was die 14 Originale miteinander verbindet

Eine Kunstsammlung wirkt nicht deshalb stimmig, weil sich jedes Bild dem anderen angleicht. Entscheidend ist, dass die Werke miteinander in Beziehung treten und zugleich ihren eigenen Charakter behalten.

Die ersten fünf Gemälde für Asantae sind farbintensiv und von fließenden Formen geprägt. Light of Femininity und Feel Beautiful Always führen diese Bildsprache in sanfteren Farbtönen weiter. Die sieben Göttinnen bringen anschließend eine stärkere symbolische und erzählerische Ebene in die Sammlung.

Gerade diese Unterschiede waren für die Praxis wichtig.

In den Behandlungsräumen konnten ruhigere Werke ihre Wirkung entfalten. Im Wartebereich und auf den Fluren durften die Motive präsenter sein und den Blick auch aus größerer Entfernung auf sich ziehen.

Trotz ihrer unterschiedlichen Stimmungen sind alle 14 Originale erkennbar miteinander verbunden. Wiederkehrende Frauenfiguren, klare Linien, Naturformen und aufeinander abgestimmte Farben ziehen sich durch die gesamte Sammlung.

Jedes Werk besitzt seine eigene Geschichte. Gemeinsam geben die Bilder den Räumen jedoch eine unverwechselbare künstlerische Handschrift.

Für mich macht genau das ein individuelles Kunstkonzept aus: Es füllt nicht einfach freie Wände. Es verbindet Kunst, Räume und die Identität einer Praxis zu einem stimmigen Ganzen.

Wer sich näher mit passenden Frauenmotiven für medizinische Räume beschäftigen möchte, findet in meinem Ratgeber über Frauenbilder für Arztpraxen weitere Hinweise zur Motivauswahl, zu unterschiedlichen Raumtypen und medizinischen Fachrichtungen.


Künstlerin Ekaterina Moré zwischen ihren Originalgemälden „Göttin Aphrodite“ und „Göttin Artemis“ aus der Kunstsammlung für Asantae

8. Was Kunst in einer Praxis leisten kann – und was nicht

Bei Kunst in medizinischen Räumen ist eine klare Sprache wichtig.

Ein Gemälde ersetzt keine medizinische Behandlung. Es verspricht keine Heilung und kann nicht garantieren, dass sich jeder Mensch beim Betrachten entspannt oder wohlfühlt.

Kunst wird individuell erlebt.

Was sie jedoch leisten kann, ist einen Raum sichtbar zu prägen. Sie kann die Haltung einer Praxis vermitteln, ihr einen unverwechselbaren Charakter geben und einen Gegenpol zu rein funktionaler Einrichtung bilden.

Ein Original trägt zudem die Spuren seiner Entstehung in sich. Farbschichten, Pinselarbeit und kleine Unregelmäßigkeiten machen es zu einem realen Gegenüber im Raum. Mit wechselndem Licht zeigen sich andere Nuancen. Manche Details werden erst nach längerer Zeit wahrgenommen.

In einer Praxis betrifft das nicht nur Patientinnen.

Die Mitarbeitenden sehen die Bilder jeden Tag. Sie gehen an ihnen vorbei, arbeiten mit ihnen im selben Raum und entdecken mit der Zeit vielleicht andere Aspekte als Menschen, die nur einmal zu Besuch kommen.

Dass die Sammlung bei Asantae nicht nur die Patientinnen empfängt, sondern auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Freude bereitet, gehört für mich zu den schönsten Seiten dieses Projekts.

 

Flur der Frauenarztpraxis Asantae mit den Göttinnenbildern Hestia und Demeter von Ekaterina Moré

9. Ein Kunstkonzept darf klein beginnen

Die Geschichte von Asantae zeigt, dass eine überzeugende Sammlung nicht von Anfang an vollständig geplant sein muss.

Es begann mit fünf Auftragswerken.

Dann kamen zwei Bilder für weitere Behandlungsräume hinzu. Erst später, mit der räumlichen Erweiterung der Praxis, folgte die großformatige Serie der sieben Göttinnen.

Das Wachstum war kein Nachteil. Im Gegenteil: Jede neue Phase konnte auf dem aufbauen, was bereits vorhanden war.

Die Praxis musste sich nicht auf einmal für 14 Originale entscheiden. Die Kunst entwickelte sich gemeinsam mit den Räumen, den Erfahrungen und den neuen Anforderungen.

Ein individuelles Kunstkonzept kann deshalb mit einem einzigen Schlüsselwerk beginnen. Möglich ist auch eine kleine Werkgruppe für Empfang und Wartezimmer oder eine Reihe von Auftragsarbeiten für ausgewählte Räume.

Wichtig ist nicht die Anzahl der Bilder.

Entscheidend ist, ob Kunst, Architektur und die Identität einer Praxis miteinander in Beziehung treten.

10. Wie ein individuelles Kunstkonzept für eine Praxis entsteht

Bevor ich über Farben, Formate oder einzelne Motive nachdenke, möchte ich den Charakter der Praxis verstehen.

Welche Geschichte sollen die Räume erzählen? Was sollen Patientinnen wahrnehmen, wenn sie die Praxis betreten? Und welche Kunst passt wirklich zu diesem Ort?

Dabei sind für mich folgende Fragen wichtig:

  • Welche Geschichte sollen die Räume erzählen?

  • Welche Menschen werden hier empfangen?

  • Welche Atmosphäre soll im Empfang, im Wartebereich und in den Behandlungszimmern entstehen?

  • Wo darf ein Gemälde eine starke Präsenz entwickeln, und wo ist eine ruhigere Bildsprache passender?

  • Welche Farben, Materialien und Lichtverhältnisse sind bereits vorhanden?

  • Gibt es bestimmte Blickachsen oder Wände, die sich für ein Schlüsselwerk eignen?

Fotos und genaue Wandmaße helfen mir, Formate und mögliche Platzierungen einzuschätzen. Auf Wunsch erstelle ich digitale Raumansichten. Sie zeigen bereits vor der Entscheidung, wie ein Originalgemälde an einer konkreten Wand wirken könnte.

Bei einer Auftragsarbeit entwickle ich anschließend eine Bildidee, die den Charakter des Ortes aufnimmt und dennoch unverkennbar Teil meiner künstlerischen Welt bleibt.

Ein Gemälde darf auf einen Raum reagieren. Es sollte aber niemals nur für seine Einrichtung funktionieren. Es muss auch unabhängig davon als eigenständiges Kunstwerk bestehen können.


11. Eine Sammlung, die weiterlebt

Wenn ich heute auf das Projekt Asantae zurückblicke, sehe ich nicht nur 14 einzelne Gemälde.

Ich sehe fünf Bilder, mit denen alles begann.

Ich sehe zwei sanftere Werke, die später neue Räume begleiteten. Und ich sehe sieben Göttinnen, die den Wartebereich und die Flure in eine vielstimmige Welt weiblicher Gestalten verwandeln.

Die Sammlung erzählt von Lebensfreude und Ruhe, von Nähe und Selbstständigkeit, von Sinnlichkeit, Fürsorge, Klarheit und Vertrauen.

Sie zeigt nicht, wie eine Frau sein soll.

Sie lässt unterschiedliche Formen des Frauseins nebeneinander bestehen.

Vielleicht ist genau das die stärkste Verbindung zwischen der Kunst und einer Praxis für Frauenheilkunde: Beide begegnen Frauen in verschiedenen Lebensphasen – nicht als abstrakter Idee, sondern als individuellen Menschen.

Dass aus fünf Auftragsbildern über die Jahre eine Sammlung von 14 Originalen wurde, war zu Beginn nicht geplant.

Aber vielleicht entstehen die persönlichsten Kunstsammlungen genau so: Ein Werk findet seinen Platz. Es bewährt sich im Alltag. Ein zweites tritt hinzu. Und irgendwann wird sichtbar, dass aus einzelnen Entscheidungen eine gemeinsame Geschichte geworden ist.

Kunst für Ihre Praxis

Sie möchten Ihre Frauenarztpraxis, Klinik oder medizinische Einrichtung mit Originalkunst gestalten?

Ein Kunstkonzept kann mit einem einzelnen Gemälde, einer kleinen Werkgruppe oder einer umfassenden Sammlung beginnen. Gemeinsam können wir prüfen, welche Motive, Formate und Farbwelten zu Ihren Räumen und zur Identität Ihrer Praxis passen.

Originalkunst und individuelles Kunstkonzept für die Praxis anfragen: inf@ekaterina-more.com


Häufige Fragen zu Kunstkonzepten für Frauenarztpraxen

Welche Bilder eignen sich für eine Frauenarztpraxis?

Geeignet sind Werke, die Frauen nicht auf Schwangerschaft, Mutterschaft, Jugend oder äußere Schönheit reduzieren. Wichtig sind eine wertschätzende Bildsprache, eine zum Raum passende Farbigkeit und Motive, die verschiedene Lebensphasen und Formen von Weiblichkeit offenlassen.

Muss ein Kunstkonzept für die ganze Praxis auf einmal entstehen?

Nein. Das Projekt Asantae begann mit fünf Auftragsarbeiten und wuchs später auf 14 Originalgemälde. Eine Sammlung kann schrittweise mit der Praxis und ihren Räumen wachsen.

Sind vorhandene Originale oder Auftragswerke besser geeignet?

Beides ist möglich. Bestehende Originale können unmittelbar ausgewählt werden. Auftragswerke sind sinnvoll, wenn bestimmte Formate, Farbwelten oder inhaltliche Verbindungen zu den Räumen gewünscht werden. Häufig entsteht die beste Lösung aus einer Kombination.

Sollten in allen Praxisräumen ähnliche Bilder hängen?

Die Bilder müssen nicht gleich sein. Entscheidend ist eine erkennbare Verbindung durch Stil, Farben, Themen oder wiederkehrende Formen. Behandlungsräume können ruhigere Werke erhalten, während Wartebereich und Flure auch präsentere Motive vertragen.

Kann ein bestehendes Kunstkonzept später erweitert werden?

Ja. Wenn die künstlerische Grundidee klar definiert ist, lassen sich später weitere Werke ergänzen. Bei Asantae kamen zunächst zwei sanftere Bilder und danach die vollständige Serie der sieben Göttinnen hinzu.

Welche Informationen werden für ein Kunstkonzept benötigt?

Hilfreich sind Fotos der Räume, Wandmaße, Angaben zu Licht, Farben und Materialien sowie eine Beschreibung der gewünschten Atmosphäre. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Haltung und Identität die Praxis durch ihre Räume sichtbar machen möchte.

 

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