2014 entstand eines der ungewöhnlichsten Projekte meiner bisherigen Arbeit: „Evas Töchter – Sinn & Sinnlichkeit“, eine Serie aus zwölf großformatigen Gemälden, die ich in Zusammenarbeit mit Playboy realisierte.
Ausgangspunkt waren Fotografien von Playmates. Mich interessierte aber nicht, diese Bilder einfach malerisch zu wiederholen. Ich wollte aus den konkreten Frauen etwas Eigenes entwickeln – Figuren, die sinnlich wirken, aber gleichzeitig eine symbolische Ebene bekommen.
So entstanden meine modernen Liebesgöttinnen.
Die Serie wurde später im Burda Haus in München präsentiert. Für mich war dieses Projekt nicht nur wegen der Zusammenarbeit mit Playboy wichtig, sondern weil darin viele Themen zusammenkamen, die meine Kunst bis heute prägen: Weiblichkeit, Sinnlichkeit, Farbe, Archetypen und die Frage, was geschieht, wenn aus einer fotografischen Vorlage ein eigenständiges Gemälde wird.
1. Wie „Evas Töchter“ entstand
Die Idee zu diesem Projekt beschäftigte mich schon lange, bevor sie tatsächlich umgesetzt wurde.
Playboy hatte für mich immer eine besondere visuelle Welt. Natürlich ging es dort um Erotik, aber mich interessierte ebenso die Verbindung zu Fotografie, Mode, Inszenierung und Kunst. Dass Künstler wie Helmut Newton, Salvador Dalí oder Andy Warhol mit dieser Welt verbunden waren, fand ich schon früh spannend.
Als sich schließlich die Möglichkeit ergab, ein eigenes Kunstprojekt gemeinsam mit Playboy zu entwickeln, wollte ich keine gemalte Version vorhandener Fotografien schaffen.
Die zwölf Playmates sollten Ausgangspunkt sein, nicht Endpunkt.
Mich interessierte, wie eine reale Frau durch Malerei eine neue Bedeutung bekommen kann. Was bleibt von einer fotografischen Vorlage, wenn Farbe, Form, Komposition und meine eigene Sicht auf Weiblichkeit dazukommen?
Aus dieser Frage entstand „Evas Töchter – Sinn & Sinnlichkeit“.

2. Warum gerade Playboy?
Der Reiz lag für mich auch im Gegensatz.
Playboy arbeitet mit Fotografie, unmittelbarer Präsenz und realen Frauen vor der Kamera. Malerei funktioniert anders. Sie kann eine Figur verändern, vereinfachen, überhöhen oder ganz bewusst von der sichtbaren Wirklichkeit lösen.
Genau diese Freiheit wollte ich nutzen.
Im Austausch mit der Redaktion bekam ich großen künstlerischen Spielraum. Chefredakteur Florian Boitin begleitete das Projekt, ohne meine Interpretation der Frauen festzulegen.
Für mich war das wichtig.
Denn ich wollte keine Illustration des Magazins schaffen. Die Serie sollte trotz des klaren Playboy-Kontexts als meine eigene Kunst funktionieren.
3. Vom Playmate zur modernen Liebesgöttin
Für die Serie malte ich zwölf Playmates aus dem Jahr 2014 als großformatige Frauenfiguren.
Während des Malens entfernte ich mich bewusst von einer rein porträthaften Wiedergabe.
Farben wurden verändert. Proportionen durften freier werden. Bestimmte Merkmale wurden betont, andere reduziert. Die Frauen blieben erkennbar, aber gleichzeitig entstanden zunehmend eigenständige Figuren.
Mich interessierte dabei die Idee der modernen Liebesgöttin.
Der weibliche Körper ist in unserer Kulturgeschichte schließlich seit Jahrtausenden mit Symbolen verbunden: mit Venus und Aphrodite, mit Fruchtbarkeit, Schönheit, Verführung, Lebensenergie oder auch Macht.
Diese alte Bildwelt wollte ich nicht historisch kopieren. Mich reizte vielmehr, sie in eine sehr gegenwärtige Situation zu übertragen.
Eine Playmate des Jahres 2014 als moderne Aphrodite – diese Spannung fand ich interessant.
Deshalb erhielten die Figuren symbolische Bezüge und Namen, die unter anderem an Eva, Aphrodite, Lilith, Demeter oder Persephone erinnern.
Nicht, weil jede Frau eindeutig einen bestimmten Mythos „darstellt“.
Die Namen waren eher eine zusätzliche Ebene. Sie öffneten den Blick auf unterschiedliche Vorstellungen von Weiblichkeit.

4. Wie aus Fotografie Malerei wurde
Gerade bei diesem Projekt wurde mir noch einmal sehr bewusst, wie unterschiedlich Fotografie und Malerei funktionieren.
Ein Foto hält einen realen Moment fest. Licht, Körper, Gesicht und Umgebung existieren in diesem Augenblick gemeinsam vor der Kamera.
Beim Malen kann ich diese Wirklichkeit verändern.
Ich kann eine Hautfarbe wärmer werden lassen, Linien vereinfachen, eine Körperhaltung stärker betonen oder den Hintergrund so verändern, dass Figur und Umgebung eine vollkommen andere Beziehung bekommen.
Für mich beginnt genau dort die eigentliche künstlerische Arbeit.
Die Vorlage liefert vielleicht die Pose oder eine bestimmte Ausstrahlung. Das Gemälde entwickelt daraus eine neue Bildwelt.
Bei „Evas Töchter“ wollte ich deshalb nicht fragen: Wie genau kann ich diese Frau wiedergeben?
Mich interessierte stärker: Welche Figur kann aus ihr entstehen?
Das ist bis heute ein wichtiger Teil meiner Frauenbilder.
Auch wenn am Anfang eine reale Frau oder eine bestimmte Pose steht, wird die Figur während des Malens oft allgemeiner und symbolischer. Sie kann für Sinnlichkeit stehen, für Stärke, Ruhe, Selbstbewusstsein oder etwas, das sich gar nicht so eindeutig benennen lässt.
5. Sinnlichkeit malen, ohne sie zu erklären
Sinnlichkeit ist in meiner Kunst kein Zusatz.
Sie gehört zu meiner Vorstellung von Weiblichkeit.
Dabei interessiert mich nicht nur der nackte Körper. Sinnlichkeit kann in einer Haltung liegen, in einem Blick, in der Spannung zwischen Haut und Stoff oder einfach in der Art, wie eine Figur einen Raum einnimmt.
In der Serie „Evas Töchter“ durfte diese Sinnlichkeit sehr sichtbar sein.
Gerade deshalb wollte ich sie malerisch nicht überladen.
Die klaren Konturen, leuchtenden Farben und stilisierten Formen meiner Bildsprache reduzieren die reale Körperlichkeit und machen aus ihr etwas Eigenständiges. Die Frauen wirken dadurch nicht wie gemalte Fotografien, sondern wie Figuren aus einer eigenen Welt.
Diese Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper begleitet meine Kunst weit über das Playboy-Projekt hinaus.
Warum mich der Frauenakt seit vielen Jahren beschäftigt und wie ich Sinnlichkeit, Symbolik und Aktmalerei verbinde, erzähle ich ausführlicher in meinem Artikel „Aktmalerei – weiblicher Akt zwischen Sinnlichkeit und Kunst“.

6. Die Ausstellung im Burda Haus
Am 3. Dezember 2014 wurde „Evas Töchter – Sinn & Sinnlichkeit“ im Burda Haus in München präsentiert.
Für mich war dieser Abend besonders, weil die gemalten Frauen und einige der realen Playmates im selben Raum aufeinandertrafen.
Plötzlich stand neben einem großformatigen Gemälde die Frau, die ursprünglich Ausgangspunkt des Bildes gewesen war.
Gerade dabei wurde der Unterschied zwischen Vorlage und Kunstwerk sehr sichtbar.
Das Gemälde war nicht einfach ein Porträt von ihr.
Es hatte sich längst verselbstständigt.
Die Vernissage brachte Playmates, Presse, Kunstinteressierte und Menschen aus Kultur und Medien zusammen. Auch Florian Boitin sprach über das Projekt und meine Arbeit.
Für mich war das ein schöner Abschluss einer Idee, die zunächst nur in meinem Kopf existiert hatte: zwölf reale Frauen in eine eigene malerische Welt zu übersetzen.
➤ Artikel: "Playboy über Ekaterina Moré: „Evas Töchter“ – 12 Playmates als moderne Liebesgöttinnen"
7. Was „Evas Töchter“ für meine Kunst bedeutet
Rückblickend sehe ich das Projekt heute etwas anders als 2014.
Damals stand für mich sehr stark die Frage im Vordergrund, wie Sinnlichkeit und selbstbewusste Weiblichkeit sichtbar werden können.
Heute interessiert mich noch stärker die Transformation.
Wie wird aus einem Menschen im Bild eine Symbolfigur?
Wie weit kann man sich von einer Vorlage entfernen und trotzdem noch etwas von ihrer ursprünglichen Energie bewahren?
Und warum kehren bestimmte Bilder von Weiblichkeit – Göttin, Venus, Eva, Lilith – über Jahrhunderte immer wieder zurück?
„Evas Töchter“ war deshalb mehr als eine einzelne Zusammenarbeit.
Das Projekt hat viele Fragen gebündelt, die bis heute in meiner Arbeit auftauchen.
Der Playboy-Kontext gab ihnen damals eine besonders direkte Bühne. Die eigentliche künstlerische Frage ist aber geblieben:
Wie kann Sinnlichkeit sichtbar werden, ohne zur bloßen Oberfläche zu werden?
Vielleicht liegt darin für mich bis heute die spannendste Seite dieser Serie.
Die Originale von „Evas Töchter“ befinden sich inzwischen in privaten Sammlungen. Wenn dich diese Bildwelt anspricht, findest du in meiner Galerie weitere sinnliche Frauenbilder und Originalgemälde.
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Häufige Fragen zu Kunstprojekt „Evas Töchter“
für Playboy
Was war „Evas Töchter – Sinn & Sinnlichkeit“?
„Evas Töchter“ war ein Kunstprojekt, das ich 2014 in Zusammenarbeit mit Playboy realisierte. Für die Serie entstanden zwölf großformatige Gemälde nach Fotografien von Playmates, die ich als moderne Liebesgöttinnen neu interpretierte.
Warum wurden die Playmates als moderne Göttinnen dargestellt?
Mich interessierte die Verbindung zwischen heutigen Frauenbildern und sehr alten Symbolen von Weiblichkeit. Figuren wie Aphrodite, Eva oder Lilith stehen für unterschiedliche Vorstellungen von Schönheit, Sinnlichkeit, Freiheit oder Stärke. Diese Symbolwelt floss frei in die Serie ein.
Wo wurde die Serie gezeigt?
Die Serie wurde am 3. Dezember 2014 im Burda Haus in München präsentiert.
Sind die Originale von „Evas Töchter“ noch erhältlich?
Die Originalgemälde der Serie sind bereits verkauft. Individuelle Auftragsarbeiten in meiner eigenen Bildsprache sind weiterhin möglich.
Welcher Stil prägt die Serie?
Die Werke gehören zu meiner figurativen Frauenmalerei mit klaren Konturen, leuchtenden Farben und stark stilisierten Formen. Diese Bildsprache entwickelte ich später unter dem Begriff Feminine Glamourism weiter.
👉 Wenn dich das Thema interessiert, lade ich dich ein, auch folgende Artikel zu lesen:
➤ Artikel: "Mein Cover für den Playboy – Kunst, Erotik & moderne Weiblichkeit"
➤ Artikel: „Vergiss nett, sei gefährlich: Wie viel Femme Fatale steckt in Dir?“
➤ Artikel: „Die Femme Fatale: Ein Archetyp in der Kunst“



