Die Serie „Sehnsucht nach dem Paradies“ entstand aus Reiseeindrücken, die ich während meiner Künstlerreisen mit AIDA in der Karibik und in Asien gesammelt habe.
Mich interessierten nicht nur tropische Landschaften. Es waren vor allem Farben, Pflanzen, Stoffe, Lichtstimmungen und kurze Begegnungen, die in Erinnerung blieben.
Zurück im Atelier wurden daraus keine direkten Reisebilder. Ich verband einzelne Eindrücke mit meiner eigenen Bildsprache: sinnliche Frauenfiguren, klare Konturen, leuchtende Farbflächen und symbolische Motive wie Schmetterlinge, Orchideen, Papageien oder das Meer.
Das Paradies ist in dieser Serie deshalb kein konkreter Ort.
Es steht für Sehnsucht, innere Freiheit, Sinnlichkeit und die Vorstellung eines Lebens, in dem Schönheit und Lebendigkeit wieder mehr Raum bekommen.
In diesem Artikel stelle ich ausgewählte Werke der Serie vor und erzähle, wie sich Reisebeobachtung, weibliche Symbolik und tropische Farbwelten zu eigenständigen Frauenporträts verbinden.

1. Paul Gauguin und die Sehnsucht nach dem Paradies
Paul Gauguin gehört zu den Künstlern, deren Bildsprache mich seit vielen Jahren begleitet.
Mich faszinieren besonders seine intensiven Farbflächen, die vereinfachten Formen und die Verbindung von Frauenfiguren, tropischer Natur und symbolischer Bedeutung. Seine Bilder wirken nicht wie nüchterne Beobachtungen eines Ortes. Sie erschaffen eine eigene, verdichtete Welt.
Die Frauen in seinen Werken erscheinen ruhig, kraftvoll und geheimnisvoll. Sie sind Teil der Landschaft und zugleich Trägerinnen einer inneren Stimmung. Pflanzen, Tiere, Farben und Figuren verbinden sich zu Kompositionen, die sinnlich und beinahe mythisch wirken.
Besonders inspirierend finde ich seinen Umgang mit Farbe. Rot, Gelb, Grün oder Violett folgen nicht nur der sichtbaren Wirklichkeit, sondern einer emotionalen und kompositorischen Logik. Dadurch entsteht eine Bildwelt, die intensiver wirkt als eine bloße Abbildung.
Auch die Idee des Paradieses berührt mich in seinen Werken: als Sehnsuchtsraum, als Gegenbild zum geregelten Alltag und als Ort, an dem Natur, Sinnlichkeit und inneres Erleben enger miteinander verbunden sind.
Diese Bildsprache war eine wichtige Inspiration für meine Serie „Sehnsucht nach dem Paradies“.
Meine Werke entstehen jedoch aus meiner eigenen Erfahrung, meinen Reisen und meiner persönlichen Vorstellung von Weiblichkeit. Sie sind keine Nachahmung, sondern eine eigenständige Weiterentwicklung innerhalb meiner Bildwelt.
Mehr dazu:
➤ Zum Artikel: " Kunst auf hoher See: Meine Erfahrungen als Künstlerin auf AIDA"
➤ Zum Artikel: "Von Kiel in die Karibik: Meine Künstlerreise mit AIDAluna"

2. Von der Reisebeobachtung zur eigenen Bildwelt
Die entscheidenden Motive für meine Serie entstanden jedoch nicht allein aus kunsthistorischen Vorbildern.
Während meiner Künstlerreisen mit AIDA durch die Karibik und Asien sammelte ich Fotografien, Skizzen und Eindrücke. Mich interessierten weniger klassische Sehenswürdigkeiten als einzelne Fragmente: tropische Blüten, Stoffmuster, die Haltung einer Frau, ein Papagei zwischen kräftigen Farben oder das Zusammenspiel von türkisfarbenem Wasser und warmen Hauttönen.
Im Atelier lösten sich diese Beobachtungen langsam von ihrem ursprünglichen Ort.
Ich malte keine konkreten Inseln und keine dokumentarischen Reiseszenen. Stattdessen vereinfachte ich Formen, veränderte Farben und verband Eindrücke aus unterschiedlichen Momenten miteinander.
Aus einer Blüte konnte eine ornamentale Fläche werden.
Aus einer Körperhaltung entwickelte sich eine Frauenfigur.
Aus einem bestimmten Farbkontrast entstand die gesamte Stimmung eines Bildes.
Die Serie „Sehnsucht nach dem Paradies“ zeigt deshalb keine reale tropische Welt. Sie ist eine verdichtete Bildwelt, in der Reiseerinnerung, Fantasie und meine eigene Vorstellung von Weiblichkeit zusammenkommen.
Das Paradies ist darin kein geographischer Ort.
Es steht für Weite, Sinnlichkeit, Lebendigkeit und die Sehnsucht nach einem Leben, in dem Schönheit wieder mehr Raum bekommt.
3. Frauen, Pflanzen und Tiere als Symbole
Die Frauen stehen im Mittelpunkt dieser Serie.
Für mich sind sie nicht nur Porträts, sondern Symbole der Seele. Sie verkörpern unterschiedliche innere Zustände: Ruhe, Selbstbewusstsein, Verletzlichkeit, Sinnlichkeit, Sehnsucht und Veränderung.
Auch die Pflanzen und Tiere sind nicht nur dekorative Begleiter.
Der Schmetterling steht für Wandel, Leichtigkeit und die Seele.
Die Orchidee verbindet Sinnlichkeit, Schönheit und Verletzlichkeit.
Der Papagei kann für Sprache, Wahrnehmung und die Verbindung zwischen innerer und äußerer Welt stehen.
Das Meer öffnet den Bildraum und wird zum Symbol für Weite, Bewegung und emotionale Tiefe.
Tropische Blätter und Blüten verbinden die Figuren mit ihrer Umgebung. Sie schaffen keine naturgetreue Landschaft, sondern eine Atmosphäre.
In meinen Bildern sollen diese Symbole keine einzige Bedeutung festlegen.
Sie geben Hinweise.
Jeder Betrachter bringt eigene Erinnerungen und Erfahrungen mit. Deshalb kann ein Schmetterling für einen Menschen Freiheit bedeuten, für einen anderen Abschied oder einen Neubeginn.
Gerade diese Offenheit ist mir wichtig.
Ein Bild soll nicht alles erklären.
Es soll einen Raum öffnen, in dem eigene Gedanken entstehen können.
4. Ausgewählte Werke der Serie „Sehnsucht nach dem Paradies“
„Blue Wings Mystery“ – Wandel und innere Freiheit
Eine Frau blickt ruhig aus dem Bild. Auf ihrer Schulter sitzt ein blauer Schmetterling, dessen Farbe sich mit der umgebenden Bildwelt verbindet.
Der Schmetterling steht für Verwandlung, Leichtigkeit und die Seele. In diesem Werk wirkt er nicht wie ein dekoratives Detail, sondern wie ein stiller Begleiter der Figur.
Das Bild lässt offen, ob sich der Wandel bereits vollzogen hat oder gerade erst beginnt.

„Farbenflut & Seelenspiegel“ – Ruhe inmitten der Fülle
Die Frau liegt umgeben von tropischen Blüten. Eine weiße Orchidee im Haar bildet einen ruhigen Kontrast zu den intensiven Farben.
Ihre Haltung wirkt entspannt und in sich gekehrt. Das Bild verbindet farbliche Fülle mit einem Moment der Stille.
Die Orchidee kann dabei für Schönheit, Sinnlichkeit und Verletzlichkeit stehen.

„Lost Gaze in Tropical Blue“ – Sehnsucht und innere Spannung
Eine Frau im roten Kleid blickt in eine weite blaue Landschaft.
Das Rot bildet einen starken Kontrast zum Meer und verleiht der Figur Präsenz. Gleichzeitig bleibt ihr Blick schwer zu deuten.
Das Werk bewegt sich zwischen Ruhe und Spannung, Nähe und Ferne. Gerade diese Offenheit prägt seine Wirkung.

„Tropical Whisperer“ – Intuition und Sprache
Die Frau trägt ein farbintensives Kopftuch. Neben ihr erscheint ein Papagei, dessen Farben Teil der gesamten Komposition werden.
Der Vogel kann für Sprache, Wahrnehmung und Ausdruck stehen. Die ruhige Haltung der Frau lenkt den Blick dagegen nach innen.
So entsteht ein Spannungsfeld zwischen äußerer Stimme und innerem Hören.

„Paradisiacal Immersion“ – Nähe und Verbundenheit
Zwei Frauen stehen eng beieinander. Ihre Haltungen spiegeln sich, während weiße Orchideen die Figuren miteinander verbinden.
Das Bild erzählt von Nähe, Vertrauen und stiller Verbundenheit.
Es legt nicht fest, welche Beziehung zwischen den Frauen besteht. Gerade dadurch bleibt Raum für persönliche Deutungen.

„Whispers of Rainforest“ – Stärke und Zartheit
Eine Frau steht inmitten dichter grüner Pflanzen. In ihrer Hand hält sie eine weiße Blüte, während ihr rotes Kleid einen starken farblichen Mittelpunkt bildet.
Die Komposition verbindet Ruhe mit Präsenz.
Die Figur wirkt sanft, aber nicht zurückhaltend. Sie behauptet ihren Platz innerhalb der üppigen Bildwelt.
Mehr dazu:
➤ Zum Artikel: "Tanz der Farben auf hoher See: Flowismus-Kunst bei AIDA erleben"
5. Karibischer Karneval: Farbe, Bewegung und weibliche Präsenz

Der karibische Karneval inspirierte mich durch seine leuchtenden Farben, aufwendigen Kostüme und die sichtbare Freude an Bewegung.
In den Werken „Golden Rhythm“ und „Emerald Queen“ stehen Frauen in goldenen und smaragdgrünen Kostümen im Mittelpunkt.
Ihre Körperhaltungen wirken stolz und präsent. Gold, Grün und Türkis verstärken den Eindruck von Rhythmus und festlicher Energie.
Dabei wollte ich keine konkrete Karnevalsszene dokumentieren.
Mich interessierte vielmehr die Verbindung aus Farbe, Bewegung und weiblicher Selbstbehauptung.
Die Figuren erscheinen nicht als stille Beobachterinnen.
Sie nehmen den Bildraum selbstverständlich ein.
Diese beiden Werke zeigen eine andere Seite der Serie: weniger nach innen gerichtet, dafür kraftvoll, rhythmisch und voller Lebensfreude.
6. Wenn ein Reisegefühl im Zuhause weiterlebt
Ein Kunstwerk, das aus Reiseeindrücken entstanden ist, muss nicht wie ein klassisches Urlaubsbild wirken.
Es kann eine Stimmung bewahren.
Die Erinnerung an Licht, Wärme, Farbe oder einen Moment, in dem der Alltag weiter entfernt schien.
Im Zuhause beginnt das Bild eine neue Geschichte.
Es verbindet sich mit dem Raum, mit den Menschen, die dort leben, und mit ihren eigenen Erinnerungen.
Die Frauenporträts aus „Sehnsucht nach dem Paradies“ sind farbstark und präsent. Gleichzeitig lassen ihre symbolischen Motive Raum für persönliche Deutungen.
Vielleicht erinnert ein Bild an eine Reise.
Vielleicht an eine bestimmte Lebensphase.
Oder an die Sehnsucht nach mehr Schönheit, Freiheit und Lebendigkeit im eigenen Alltag.
Einige Werke der Serie sind über die AIDA Kunstgalerien erhältlich. Da die Auswahl auf den einzelnen Schiffen variiert, kannst du das Galerieteam gezielt nach Ekaterina Moré fragen.
Aktuell verfügbare Originalgemälde und Informationen zu persönlichen Auftragsbildern findest du außerdem in meiner Online-Galerie.



