Von Kiel in die Karibik: Meine Künstlerreise mit AIDAluna

Künstlerreise mit AIDA - mit Galeristen von Kunstgalerie

Die Biskaya zeigte gleich zu Beginn, wie wenig sich eine Reise über den Atlantik planen lässt. Vor dem Balkon türmten sich hohe Wellen. Das Schiff bewegte sich kräftig, der Horizont blieb kaum ruhig – und ich hatte Malmaterial, Staffelei und mehrere Bühnenauftritte im Gepäck.

Meine Künstlerreise mit der AIDAluna führte von Kiel über Portugal und Madeira bis in die Karibik. An Bord präsentierte ich meine Frauenbilder in der AIDA Kunstgalerie, malte vor Publikum und sprach in einem Künstlerinterview über meine Arbeit, meine Bildsprache und die Frau als Symbol der Seele.

Gleichzeitig wurde das Schiff für einige Wochen zu einem beweglichen Atelier. Mal arbeitete ich öffentlich, umgeben von Gästen und ausgestellten Kunstwerken. Mal zog ich mich mit einem Bild auf den Kabinenbalkon zurück und malte mit Blick auf den Atlantik.

Diese Gegensätze prägten die gesamte Reise.

Die stürmische Biskaya verlangte Flexibilität. Die langen Tage auf See brachten Ruhe. In der Karibik veränderten sich Licht, Farben und Vegetation. Türkisfarbenes Wasser, tropische Pflanzen und intensive Farbkontraste wurden Teil meines visuellen Archivs.

Doch auch die Begegnungen an Bord hinterließen Spuren. In der Galerie, bei Künstlergesprächen und während der Live-Malerei erlebte ich unmittelbar, wie unterschiedlich Menschen auf meine Frauenbilder reagieren. Manche interessierten sich zunächst für die Technik. Andere entdeckten in einem Blick, einer Haltung oder einer Blume etwas sehr Persönliches.

In diesem Artikel erzähle ich von meiner Künstlerreise mit AIDAluna von Kiel in die Karibik: vom Malen in der bewegten Biskaya, vom stillen Atelier auf dem Balkon und von einer Reise, die zwischen öffentlicher Kunstpräsentation und konzentriertem Rückzug immer wieder ihre Form veränderte.

 

AIDALuna Künstlerreise von Künstlerin Ekaterina Moré

1. Der Aufbruch: Mit Kunst und Staffelei von Kiel über den Atlantik

Eine Künstlerreise beginnt für mich lange vor dem Ablegen.

Ich muss entscheiden, welche Werke mitreisen, welche Bilder in der Galerie präsentiert werden und welches Motiv sich für die Live-Malerei eignet. Dazu kommen Farben, Pinsel, Malgründe, Arbeitskleidung, Kataloge und all die kleinen Dinge, die im Atelier selbstverständlich griffbereit liegen.

Auf einem Schiff ist der Platz begrenzt. Deshalb kann ich nicht einfach mein gesamtes Atelier einpacken.

Jedes Material muss einen konkreten Zweck erfüllen.

Für die Reise mit der AIDAluna nahm ich vor allem Frauenbilder mit, deren Farbwelt bereits eine Verbindung zu den späteren Reisezielen herstellte. Viele Werke zeigten exotische Frauen mit Blüten im Haar, tropische Pflanzen, intensive Grün-, Rot- und Türkistöne und eine Atmosphäre zwischen Eleganz und Sehnsucht nach fernen Orten.

In der Kunstgalerie ergaben diese Bilder eine zusammenhängende Präsentation. Die leuchtenden Frauenfiguren wirkten wie Reisende aus einer eigenen Bildwelt – sinnlich, ruhig und zugleich sehr präsent.

Doch eine Künstlerreise besteht nicht nur aus einer Ausstellung.

Als Gastkünstlerin war ich selbst Teil des Programms. Ich malte vor Publikum, führte ein Künstlergespräch auf der Bühne und war regelmäßig in der Galerie ansprechbar. Dadurch entstand eine andere Nähe als bei einer klassischen Ausstellung.

Die Gäste sahen nicht nur die fertigen Werke.

Sie konnten beobachten, wie ich arbeitete, Fragen stellen und erfahren, welche Gedanken hinter meinen Frauenbildern stehen. Gerade bei meinem zentralen Thema – der Frau als Symbol der Seele – entwickelten sich daraus oft Gespräche, die weit über Farbe und Maltechnik hinausgingen.

Gleichzeitig begann mit dem Ablegen in Kiel eine Reise durch sehr unterschiedliche Landschaften und Lichtverhältnisse.

Zunächst lagen Nordsee, Ärmelkanal und Biskaya vor uns. Danach Portugal, Madeira und der offene Atlantik. Am Ende warteten die tropischen Inseln der Karibik.

Ich wusste, dass sich diese Route auf meine Wahrnehmung auswirken würde.

Was ich nicht wusste: wie deutlich sich die Reise bereits in den ersten Tagen bemerkbar machen würde.

 

Biskaya Storm

2. Die Biskaya: Malen, während der Boden sich bewegt

Die Biskaya ist für ihren starken Seegang bekannt. Auf dieser Reise zeigte sie sich tatsächlich von ihrer unruhigen Seite.

Vom Balkon aus sah ich hohe Wellen, aufgewühltes Wasser und Gischt, die über die Oberfläche getrieben wurde. Der Horizont hob und senkte sich. Das Schiff arbeitete spürbar gegen die Bewegung des Meeres.

Unter solchen Bedingungen verändert sich auch das Malen.

Eine Linie, die im Atelier selbstverständlich erscheint, verlangt plötzlich mehr Konzentration. Der eigene Körper muss das Schwanken ausgleichen. Farben und Werkzeuge dürfen nicht ungesichert stehen. Selbst das ruhige Zurücktreten von der Leinwand wird zu einer bewussten Bewegung.

Zunächst versuchte ich, so präzise zu arbeiten wie zu Hause.

Doch irgendwann wurde mir klar, dass es sinnlos war, die Bewegung vollständig ausblenden zu wollen.

Ich musste mich anpassen.

Genau darin erkannte ich einen Gedanken wieder, der meinen Flowismus prägt: Kontrolle ist wichtig, aber sie darf nicht zur Erstarrung führen. Manchmal entsteht eine bessere Linie nicht dadurch, dass man stärker gegen eine Bewegung arbeitet, sondern indem man ihren Rhythmus wahrnimmt.

Das bedeutet nicht, dem Zufall alles zu überlassen.

Es bedeutet, aufmerksam zu bleiben und trotzdem flexibel zu reagieren.

Die Biskaya machte diesen Gedanken körperlich erfahrbar. Das Meer war nicht nur eine Kulisse vor dem Fenster. Es beeinflusste Haltung, Konzentration und Arbeitsweise.

Auch die Gäste spürten diesen besonderen Moment. Während der Live-Malerei beobachteten sie, wie Kunst unter Bedingungen entsteht, die mit einem ruhigen Atelier wenig gemeinsam haben.

Ein Bild wächst normalerweise über viele Schichten und Entscheidungen. An Bord kam noch etwas hinzu: die unmittelbare Reaktion auf den Ort.

Vielleicht passte gerade deshalb die fließende Linienführung meiner Frauenbilder so gut zu dieser Reise.

Die Figuren in meinen Werken sind nicht starr. Ihre Körper, Haare und Umgebungen verbinden sich durch rhythmische Konturen. Bewegung ist ein Teil ihrer Bildsprache.

In der Biskaya wurde diese Bewegung plötzlich real.

Mehr dazu:

➤ Zum Artikel: "Sehnsucht nach dem Paradies – Exotische Frauenporträts in der AIDA Kunstgalerie"

➤ Zum Artikel: "Feminine Glamourism – Exklusive Kunst im modernen Art Deco Stil"

 

Malerei bei Kunstreise mit AIDA von Ekaterina Moré

3. Stille über dem Atlantik: Mein Atelier auf dem Kabinenbalkon

Nach der Unruhe der Biskaya veränderte sich die Atmosphäre.

Der Atlantik wurde ruhiger. Der Horizont öffnete sich. Über viele Stunden gab es kaum etwas zu sehen außer Wasser, Himmel und wechselndem Licht.

Gerade diese scheinbare Leere empfand ich als besonders intensiv.

Auf dem Balkon meiner Kabine entstand ein provisorisches Atelier. Kein großer Raum, keine vollständige Ausstattung. Nur ein Bild, einige Pinsel, Farben und das Meer direkt vor mir.

Dort arbeitete ich an einem Frauenporträt.

Das Bild lag auf meinen Knien, während sich hinter der Leinwand der Atlantik bis zum Horizont erstreckte. Dieser Blick veränderte die Konzentration. Im Atelier richtet sich meine Aufmerksamkeit fast ausschließlich auf das Werk. Auf dem Balkon war das Meer ständig präsent – ruhig, gleichmäßig und doch niemals vollkommen still.

Es entstand ein anderer Arbeitsrhythmus als auf der Bühne.

Während der Live-Malerei gibt es Zuschauer, Gespräche und den sichtbaren Moment einer Entscheidung. Auf dem Balkon war ich allein mit dem Bild. Ich konnte langsamer arbeiten, innehalten und den Blick immer wieder zwischen Leinwand und Horizont wechseln lassen.

Diese Ruhe war nicht leer.

Sie schuf Raum.

Farben wirkten vor dem offenen Meer anders. Das Blau des Hintergrundes stand plötzlich nicht nur innerhalb der Komposition, sondern im direkten Dialog mit dem Atlantik. Die sanften Hauttöne des Frauenporträts erschienen wärmer. Selbst kleine Veränderungen im Licht beeinflussten meine Wahrnehmung.

Ich male Reiseziele nicht einfach ab.

Das Meer wurde deshalb nicht als naturgetreue Landschaft Teil des Bildes. Es wirkte indirekter: als Weite, Ruhe und Konzentration.

Genau das interessiert mich an künstlerischer Inspiration.

Ein Ort muss später nicht erkennbar sein, um in einem Werk weiterzuleben. Manchmal bleibt nur eine Farbe. Manchmal ein Rhythmus. Manchmal das Gefühl, dass um eine Figur herum plötzlich mehr Raum notwendig ist.

Der Balkon war während dieser Tage mein privater Gegenpol zur Bühne und zur Kunstgalerie.

Dort konnte ich verarbeiten, was an Bord geschah: die Gespräche, die Reaktionen auf meine Werke und die vielen Eindrücke der Reise.

Zwischen Himmel und Meer wurde das Malen stiller.

Aber nicht weniger intensiv.

 

Künstlerinterview bei AIDA Kunstgalerie mit Ekaterina Moré

4. Kunst vor Publikum: Künstlergespräche und unmittelbare Reaktionen

Neben dem stillen Arbeiten auf dem Kabinenbalkon gab es die öffentliche Seite der Künstlerreise.

Im Theatrium sprach ich vor Gästen über meine Kunst, meine Frauenbilder und die Gedanken hinter meinen Motiven. Umgeben von ausgestellten Werken wurde aus dem Gespräch keine theoretische Erklärung, sondern ein direkter Blick in meine Arbeit.

Viele Fragen begannen bei der Maltechnik.

Wie entsteht ein Bild?

Welche Bereiche bereite ich vor?

Wie viele Farbschichten braucht ein Gemälde?

Wann weiß ich, dass es fertig ist?

Doch meist blieb es nicht lange bei technischen Themen. Die Gäste wollten verstehen, warum ich seit vielen Jahren überwiegend Frauen male und weshalb bestimmte Blumen, Blicke oder Körperhaltungen in meinen Werken wiederkehren.

Für mich ist die Frau mehr als ein ästhetisches Motiv. Sie steht für die Seele – für Stärke und Verletzlichkeit, Sinnlichkeit, Sehnsucht und die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu entfalten.

Während eines Künstlergesprächs wird diese Haltung greifbarer. Ich kann erzählen, was mich zu einem Werk geführt hat. Gleichzeitig erlebe ich, wie unterschiedlich Menschen dieselbe Darstellung lesen.

Eine ruhige Frauenfigur wirkt auf einen Gast selbstbewusst. Ein anderer erkennt darin Melancholie. Jemand verbindet eine Blume mit einer persönlichen Erinnerung. Ein Blick erinnert an einen Menschen, den man lange nicht gesehen hat.

Diese Reaktionen sind für mich wichtig.

Sie zeigen, dass ein Bild nach seiner Fertigstellung nicht mehr nur meiner eigenen Geschichte gehört. Es beginnt, sich mit den Erfahrungen anderer Menschen zu verbinden.

Gerade auf einer längeren Reise entstehen solche Gespräche nicht nur während des offiziellen Interviews. Gäste begegnen mir später erneut in der Galerie oder sprechen mich beim Vorübergehen an. Manche haben ein Bild inzwischen mehrmals betrachtet und stellen plötzlich eine ganz andere Frage.

Dadurch entwickelt sich eine Nähe, die bei einer kurzen Ausstellungseröffnung kaum möglich wäre.

Die Künstlerreise mit AIDAluna war deshalb nicht nur eine Präsentation meiner Werke. Sie war auch ein fortlaufender Dialog darüber, was Kunst in Menschen auslösen kann.

Wie die AIDA Kunstgalerie, Auktionen und der Erwerb eines Kunstwerks an Bord grundsätzlich funktionieren, beschreibe ich ausführlicher in meinem Beitrag über die AIDA Kunstgalerie.

 

Sinnliche Frauengemälde in der AIDA Kunstgalerie - Malerei von Ekaterina Moré

5. Von Portugal bis in die Karibik: Wie sich Licht und Farbe verändern

Auf einer Transatlantikreise verändert sich die Landschaft nicht plötzlich.

Der Übergang geschieht langsam.

Nach den kühleren Farben des Nordens wurden die Lichtverhältnisse weicher und wärmer. Portugal und Madeira bildeten eine Art Schwelle zwischen Europa und dem offenen Atlantik. Danach lagen mehrere Tage auf See vor uns, bevor die Karibik immer deutlicher spürbar wurde.

Für mich war dieser langsame Wechsel besonders spannend.

Als Malerin nehme ich Farben nicht nur als einzelne Töne wahr. Mich interessiert, wie sie miteinander wirken. Ein Blau kann kühl, hart oder beinahe metallisch erscheinen. Unter anderem Licht wirkt derselbe Farbton weich, transparent oder tief.

Auch Grün verändert seinen Charakter.

In nördlichen Landschaften erscheint es häufig gedämpfter. In tropischer Vegetation wirkt es voller, dichter und leuchtender. Dazu kamen Türkis, warme Erdtöne, kräftige Blütenfarben und immer wieder das intensive Weiß des Lichts.

In der Karibik veränderte sich nicht nur die Farbe des Wassers.

Auch die Kontraste wurden stärker.

Dunkle Haut vor leuchtenden Stoffen. Schatten auf hellen Mauern. Tropische Pflanzen vor fast unwirklich blauem Himmel. Kleine Farbkombinationen, die im Alltag vielleicht zu intensiv wirken würden, erschienen dort vollkommen selbstverständlich.

Diese Eindrücke passten zu vielen Frauenbildern, die ich bereits an Bord präsentierte. Einige meiner Figuren sind von tropischen Pflanzen, Blüten und leuchtenden Farbflächen umgeben. Auf der Reise begegnete ich diesen Farben plötzlich nicht mehr nur innerhalb meiner eigenen Bildwelt, sondern in der Umgebung selbst.

Das war ein interessanter Perspektivwechsel.

Ich sah, wie sich Farben, die ich intuitiv schon lange miteinander verbunden hatte, in Landschaften, Kleidung und Architektur wiederfanden.

Dabei wollte ich keine Insel als klassisches Postkartenmotiv festhalten.

Mich interessierten die Übergänge:

Wie verändert sich eine Farbe im Schatten?

Welche Wirkung entsteht, wenn Türkis neben einem warmen Rot steht?

Wie bewegt sich ein leichter Stoff im Wind?

Welche Blüte wirkt aus der Nähe fast wie ein abstraktes Ornament?

Solche Beobachtungen sammelte ich von Portugal und Madeira bis zu den Inseln der Karibik.

Die Route wurde für mich zu einer langsamen Verschiebung der Farbwelt.

Kunstauktion bei AIDA Kunstgalerie - sinnliche Frauengemälde von Ekaterina Moré

6. Die Karibik als visuelles Archiv

In der Karibik hatte ich meine Kamera fast ständig bei mir.

Nicht, weil ich jede Sehenswürdigkeit dokumentieren wollte. Mich interessieren meist die Motive am Rand: eine Pflanze, deren Blätter eine ungewöhnliche Form bilden. Eine verwitterte Farbfläche. Ein Kleid im Gegenlicht. Eine Bewegung, die nur für einen Augenblick sichtbar ist.

Fotografie ist für mich eine Form des Sehens.

Wenn ich durch eine Landschaft gehe, suche ich nicht bewusst nach einem fertigen Gemälde. Ich sammle Fragmente.

Ein intensives Türkis.

Die Kontur einer Palme.

Das Rot einer Blüte.

Die Haltung einer Frau am Straßenrand.

Ein Schatten, der sich über eine Fassade bewegt.

Diese Aufnahmen werden später nicht einfach kopiert. Sie bilden ein visuelles Archiv, aus dem sich neue Verbindungen entwickeln können.

Manchmal bleibt eine Fotografie jahrelang unbeachtet. Dann taucht plötzlich ein Detail daraus in einer neuen Komposition auf. Vielleicht nicht als erkennbares Motiv, sondern als Farbrhythmus, Linienführung oder Stimmung.

Gerade die Karibik bot eine Fülle solcher Eindrücke.

Auf St. Kitts und Nevis, Dominica und Guadeloupe begegneten mir sehr unterschiedliche Landschaften. Üppige Vegetation, helle Strände, vulkanisch geprägte Formen und das ständig wechselnde Licht ließen jede Insel anders wirken.

Mich faszinierte dabei weniger das Exotische an sich.

Entscheidend war die Lebendigkeit.

Farben schienen dort nicht vorsichtig nebeneinanderzustehen. Sie behaupteten sich. Grün, Türkis, Gelb, Rot und Violett bildeten Kombinationen, die kraftvoll und gleichzeitig natürlich wirkten.

Auch die Menschen wurden Teil dieses Archivs.

Nicht als anonyme Reisebilder, sondern durch Haltung, Ausdruck und kleine Gesten. Manchmal genügt ein kurzer Blick, um eine mögliche Bildfigur zu erahnen.

Ein Modell muss für mich nicht vollkommen inszeniert sein.

Oft ist es gerade eine natürliche Bewegung, die später den Ausgangspunkt für ein Frauenbild bildet.

So wurde die Karibik nicht zu einer Sammlung von Vorlagen, sondern zu einem Speicher aus Farben, Formen und Begegnungen.

 

7. Welche Bildideen aus der Reise entstanden

Nicht jede Reise führt sofort zu einem fertigen Gemälde.

Manchmal entsteht zunächst nur eine Ahnung.

Während der Transatlantikreise mit AIDAluna verdichtete sich für mich die Idee einer paradiesischen Bildwelt. Frauen sollten darin nicht einfach vor einer tropischen Kulisse stehen. Sie sollten Teil einer größeren Verbindung aus Natur, Farbe und innerer Haltung werden.

Mich interessierten üppige Pflanzen, große Blätter, exotische Blüten und leuchtendes Wasser. Gleichzeitig wollte ich die Motive nicht naturgetreu abbilden.

Sie sollten verwandelt werden.

Aus einer fotografierten Pflanze konnte eine vereinfachte, beinahe ornamentale Form entstehen. Eine Farbe aus dem Meer fand sich später vielleicht im Hintergrund eines Frauenporträts wieder. Ein Kleid, eine Geste oder ein bestimmter Gesichtsausdruck verband sich mit Eindrücken aus ganz anderen Situationen.

Die Reise bestärkte mich darin, Frauenfiguren und Natur nicht als getrennte Themen zu behandeln.

In meinen Bildern steht die Frau häufig für die Seele. Die umgebende Natur kann ihren inneren Zustand spiegeln: offen, kraftvoll, ruhig, sinnlich oder voller Bewegung.

Aus der Karibik nahm ich deshalb vor allem drei Dinge mit:

Farbe.

Fülle.

Lebensfreude.

Doch auch die Biskaya und die ruhigen Tage auf dem Atlantik hinterließen Spuren.

Die Biskaya verstärkte meinen Blick auf Bewegung und das Loslassen von vollständiger Kontrolle. Der Atlantik brachte Weite und Ruhe in die Komposition. Die Karibik fügte intensive Farben und üppige Naturformen hinzu.

Erst im Atelier konnten sich diese unterschiedlichen Eindrücke miteinander verbinden.

Ein Bild entstand nicht einfach „über die Karibik“. Vielmehr entwickelten sich Frauenfiguren, Farbwelten und paradiesische Motive, die von der Reise geprägt waren, ohne einen bestimmten Ort direkt abzubilden.

Genau darin liegt für mich der Unterschied zwischen Illustration und künstlerischer Verarbeitung.

Ich male nicht, was ich gesehen habe.

Ich male, was davon in mir weiterlebt.



Mehr dazu:

➤ Zum Artikel: "AIDA Kunstgalerie: Sinnliche Kunst & starke Frauenbilder"

 

Kunstgalerie auf AIDA
mit Galeristen Nina und Anton und Künstler Gerhard Völkle

8. Begegnungen mit Gästen und dem Galerieteam

Eine Künstlerreise wird nicht nur durch Orte geprägt.

Oft sind es die Menschen, die besonders lange in Erinnerung bleiben.

Auf der AIDAluna arbeitete ich eng mit dem Galerieteam zusammen. Nina und Anton begleiteten die Präsentationen, organisierten Veranstaltungen und waren wichtige Ansprechpartner für die Gäste. Gemeinsam sorgten wir dafür, dass meine Werke nicht einfach nur an der Wand hingen, sondern in Gesprächen, Interviews und Live-Malerei lebendig wurden.

Auch der Austausch mit dem Künstler Gerhard Völkle gehörte zu dieser Reise. Solche Begegnungen mit anderen Künstlern sind für mich wertvoll, weil jeder einen anderen Blick auf Kunst, Publikum und den eigenen Arbeitsprozess mitbringt.

Man spricht über Techniken und Materialien.

Aber auch über Zweifel, neue Ideen und die Frage, wie sich der Kunstmarkt verändert.

Gerade auf einer längeren Reise entsteht dafür mehr Raum als bei einer kurzen Ausstellung. Man trifft sich nicht nur bei einer Eröffnung. Man begegnet sich immer wieder – in der Galerie, beim Frühstück oder nach einer Veranstaltung.

Ähnlich war es mit den Gästen.

Manche sahen meine Bilder zunächst nur im Vorübergehen. Später kamen sie zurück und stellten Fragen. Einige hatten inzwischen ein bestimmtes Werk mehrfach betrachtet. Andere waren durch das Künstlergespräch neugierig geworden.

Dadurch entwickelten sich Gespräche langsam.

Ein Gast interessierte sich zunächst für die Maltechnik und begann später über seine persönliche Verbindung zu einer dargestellten Frau zu sprechen. Eine andere Besucherin erkannte in einem Bild eine Stimmung, die sie aus ihrem eigenen Leben kannte.

Solche Momente kann man nicht planen.

Sie entstehen, wenn Menschen Zeit haben und sich auf ein Kunstwerk einlassen.

Für mich ist dieser Austausch keine Nebensache. Er verändert auch meine Wahrnehmung der eigenen Arbeiten. Ich sehe, welche Motive Menschen besonders anziehen, wo sie nach Bedeutung suchen und welche Details in Erinnerung bleiben.

Dabei geht es nicht darum, Kunst nach den Erwartungen des Publikums auszurichten.

Aber es ist wertvoll zu erleben, wie ein Bild außerhalb des Ateliers weiterlebt.

Die Reise mit der AIDAluna zeigte mir erneut, dass Kunst nicht nur im Moment des Malens entsteht. Sie entwickelt sich auch im Gespräch zwischen Werk, Künstler und Betrachter weiter.

Mehr dazu:

➤ Zum Artikel: "Tanz der Farben auf hoher See: Flowismus-Kunst bei AIDA erleben"

➤ Zum Artikel: "Flowismus: Weiblichkeit, Lebensfreude & moderne Kunst im Fluss"

 

AIDA Kunstgalerie Kunstreise

9. Was diese Transatlantikreise künstlerisch verändert hat

Die Reise von Kiel in die Karibik bestand für mich aus sehr unterschiedlichen Zuständen.

Die Biskaya war Bewegung.

Der Atlantik war Weite.

Die Karibik war Farbe.

Erst im Rückblick erkannte ich, wie stark diese Gegensätze zusammengehörten.

In der Biskaya musste ich akzeptieren, dass sich nicht jede Linie vollständig kontrollieren lässt. Das Meer bestimmte den Rhythmus mit. Diese Erfahrung verstärkte einen Gedanken, der in meinem Flowismus ohnehin eine wichtige Rolle spielt: Bewegung nicht als Störung zu sehen, sondern als Teil des Prozesses.

Die ruhigen Tage auf dem Atlantik wirkten vollkommen anders.

Dort entstand Raum für Konzentration. Das Arbeiten auf dem Kabinenbalkon verlangsamte meinen Blick. Vor dem weiten Horizont erschien manches unwichtig, was im Atelier schnell viel Raum einnimmt.

Ich begann stärker über Ruheflächen nachzudenken.

Über das Verhältnis zwischen Figur und Umgebung.

Und darüber, wie viel ein Bild wirklich braucht.

In der Karibik kam die Fülle zurück.

Tropische Pflanzen, intensives Licht und leuchtende Farben öffneten neue Möglichkeiten für meine Frauenbilder. Die Natur sollte nicht bloß dekorativer Hintergrund sein. Sie konnte den inneren Zustand einer Figur sichtbar machen und zu einem Teil ihrer Geschichte werden.

Auch die Gespräche an Bord wirkten weiter.

Sie bestätigten mir, dass Menschen in meinen Bildern nicht nur Eleganz oder Farbe suchen. Sie suchen etwas Persönliches. Einen Ausdruck, eine Erinnerung oder ein Symbol, das mit dem eigenen Leben verbunden ist.

Dadurch wurde für mich die Verbindung zwischen Frauenfiguren, Natur und Symbolik wichtiger.

Die Transatlantikreise führte nicht zu einem plötzlichen Bruch in meiner Kunst. Sie veränderte meine Bildsprache eher schrittweise.

Einige Gedanken wurden klarer.

Andere erhielten neue Farben.

Und manche Ideen begannen erst lange nach der Rückkehr im Atelier zu wachsen.

 

10. Häufige Fragen zu meiner Künstlerreise mit AIDAluna

Welche Route führte die AIDAluna in die Karibik?

Die Transatlantikreise begann in Kiel und führte über europäische und atlantische Stationen bis in die Karibik. Zu den prägenden Abschnitten gehörten die Biskaya, Portugal, Madeira, mehrere Seetage auf dem Atlantik sowie die Karibikinseln St. Kitts und Nevis, Dominica und Guadeloupe.

Was hast du während der Künstlerreise an Bord gemacht?

Ich präsentierte meine Frauenbilder in der Kunstgalerie, führte ein Künstlergespräch auf der Bühne und malte vor Publikum. Zusätzlich war ich regelmäßig in der Galerie ansprechbar und arbeitete auch zurückgezogen auf dem Balkon meiner Kabine weiter.

Hast du vollständige Gemälde während der Reise geschaffen?

Einige Arbeiten waren bereits vorbereitet und wurden an Bord weiterentwickelt. Große Originalgemälde entstehen über viele Arbeitsschritte und Farbschichten. Deshalb eignet sich eine Künstlerreise besonders dazu, ausgewählte Phasen des Malprozesses zu zeigen und neue Bildideen zu sammeln.

Welche Orte haben dich besonders inspiriert?

Die Biskaya beeinflusste meinen Blick auf Bewegung und Kontrolle. Die ruhigen Atlantiktage schufen Weite und Konzentration. In der Karibik prägten vor allem das intensive Licht, tropische Pflanzen, Türkistöne und starke Farbkontraste meine Wahrnehmung.

Sind aus der Reise neue Kunstwerke entstanden?

Die Reise lieferte Motive, Farben und erste Gedanken für spätere Arbeiten. Besonders die Verbindung von Frauenfiguren, tropischer Natur und paradiesischen Farbwelten wurde dadurch verstärkt. Die Eindrücke flossen nicht als direkte Reiseillustrationen, sondern verwandelt in meine eigene Bildsprache ein.


Karibik

Was von der Reise geblieben ist

Eine Reise endet nicht in dem Moment, in dem das Schiff anlegt.

Manche Eindrücke werden erst später verständlich. Sie tauchen im Atelier wieder auf, verbinden sich mit anderen Erinnerungen und finden schließlich ihren Platz in einem Bild.

Von dieser Transatlantikreise blieb deshalb kein einzelnes Motiv. Es blieb eine veränderte Wahrnehmung von Bewegung, Weite, Farbe und der Verbindung zwischen Frauenfiguren und Natur.

Vielleicht ist genau das die stärkste Form von Inspiration:

Nicht das Gesehene zu kopieren, sondern zuzulassen, dass es die eigene Art zu sehen verändert.

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