Kunst auf hoher See: Meine Erfahrungen als Künstlerin auf AIDA

Kunstreise mit AIDA - Ekaterina Moré in der Kunstgalerie

Der Boden bewegte sich spürbar unter meinen Füßen, während ich auf der Bühne weiter malte. Vor mir saßen die Gäste. Nebenbei lief das Künstlergespräch. Hinter mir wurde jeder Pinselstrich auf die große Leinwand übertragen.

Zunächst versuchte ich, möglichst präzise zu arbeiten. Doch das Schiff schaukelte stärker als erwartet. Irgendwann hörte ich auf, gegen die Bewegung anzukämpfen. Ich nahm sie an und ließ sie in meine Linien einfließen.

Dieser Moment beschreibt vieles von dem, was Künstlerreisen mit AIDA für mich bedeuten: Konzentration und Öffentlichkeit. Planung und Improvisation. Begegnung und Rückzug. Ein Atelier, das keinen festen Ort hat.

Seit über 15 Jahren bin ich als Künstlerin mit meinen Werken in den AIDA Kunstgalerien vertreten. Auf verschiedenen Künstlerreisen habe ich meine Frauenbilder und später auch meine floralen Werke präsentiert, live vor Publikum gemalt und in Bühneninterviews über meine Kunst gesprochen.

Dabei ging es nie nur um fertige Bilder.

Es ging um die Frage, wie Kunst entsteht. Warum ich Frauen male. Welche Bedeutung Schönheit für mich hat. Wie Reisen den eigenen Blick verändern. Und weshalb Menschen in einem Kunstwerk manchmal etwas erkennen, das ich selbst beim Malen nicht bewusst geplant hatte.

Auf hoher See wird Kunst anders erlebt als in einer klassischen Galerie. Gäste begegnen ihr mitten im Alltag der Reise. Beim Vorübergehen. Nach einem Ausflug. Während eines Künstlergesprächs. Oder in einem stillen Moment, in dem ein bestimmtes Bild plötzlich etwas Persönliches auslöst.

Auch für mich hinterlassen diese Reisen Spuren. Landschaften, Museen, Architektur, Pflanzen, Lichtstimmungen und Gespräche werden Teil eines inneren Archivs. Manches fließt sofort in eine neue Bildidee ein. Anderes bleibt lange verborgen und taucht erst Monate später im Atelier wieder auf.

In diesem Artikel erzähle ich, wie es ist, als Künstlerin auf AIDA zu arbeiten, was Live-Malerei auf einem fahrenden Schiff bedeutet und wie Künstlerreisen meine Bildwelten über viele Jahre geprägt haben.

Flowismus in AIDA Kunstgalerie - Ekaterina Moré bei Künstlerreise

1. Seit über 15 Jahren als Künstlerin auf AIDA

Meine Zusammenarbeit mit AIDA begann vor mehr als 15 Jahren. Seitdem wurden meine Werke auf verschiedenen Schiffen der Flotte präsentiert. Einige Reisen durfte ich persönlich als Gastkünstlerin begleiten.

Eine solche Künstlerreise ist keine gewöhnliche Ausstellung.

Ich bringe nicht einfach Bilder an einen anderen Ort und reise wieder ab. Während der Reise bin ich selbst Teil des Programms. Ich spreche auf der Bühne über meine Arbeit, male live vor Publikum, signiere Kataloge und komme mit Gästen direkt ins Gespräch.

Diese Nähe verändert die Wahrnehmung meiner Kunst.

In einer Galerie sehen Besucher meist das fertige Werk. Sie wissen nicht, welche Entscheidungen dahinterstehen. Welche Linien verworfen wurden. Wie viele Farbschichten entstanden sind. Oder warum ein bestimmtes Motiv mich über Jahre begleitet.

Auf einer Künstlerreise werden diese unsichtbaren Teile plötzlich sichtbar.

Gäste fragen nach meiner Technik, nach meinen Modellen und nach der Bedeutung einzelner Symbole. Sie möchten wissen, warum ich überwiegend Frauen darstelle und weshalb manche Figuren ruhig und elegant wirken, während andere von Bewegung und starken Farben geprägt sind.

Auch die persönliche Geschichte hinter meiner Kunst interessiert viele Menschen.

Die Frau ist für mich nicht nur ein schönes Motiv. Sie ist ein Symbol für die Seele. Für innere Stärke, Verletzlichkeit, Sinnlichkeit und die Freiheit, sichtbar zu werden.

Über diese Themen zu sprechen, fällt mir heute leichter als zu Beginn meiner Zusammenarbeit mit AIDA. Früher wollte ich vor allem, dass die Bilder für sich selbst sprechen. Das möchte ich noch immer. Doch ich habe gelernt, dass ein persönlicher Einblick die Wirkung eines Werkes vertiefen kann.

Nicht, weil ich dem Betrachter eine feste Interpretation vorgebe.

Sondern weil ich einen Zugang öffne.

Über die Jahre hat sich auch meine Rolle an Bord verändert. Zu meinen Frauenbildern kamen neue Werkreihen hinzu. Der Flowismus entwickelte sich weiter. Der Feminine Glamourism wurde klarer. Inzwischen gehören auch meine floralen Werke zu meiner künstlerischen Welt.

Gleichzeitig blieb etwas gleich: die unmittelbare Begegnung.

Manchmal beginnt ein Gespräch mit einer technischen Frage und endet bei einer sehr persönlichen Erinnerung. Manchmal steht ein Gast lange vor einem Bild und sagt nur einen einzigen Satz.

Gerade diese kleinen Momente bleiben oft besonders lange.


Kunstreise mit AIDA Cruises - Ekateirina Moré

2. Wenn das Atelier plötzlich weiterreist

Mein Atelier zu Hause ist ein geschützter Raum.

Dort kenne ich jedes Material, jedes Licht und jeden Handgriff. Farben und Werkzeuge liegen an ihrem Platz. Ich kann mich zurückziehen, ein Bild über längere Zeit beobachten und Entscheidungen immer wieder überdenken.

Auf einem Schiff ist vieles anders.

Materialien müssen sorgfältig ausgewählt und transportiert werden. Der Platz ist begrenzt. Das Licht kann sich verändern. Auf- und Abbau müssen in den Tagesablauf passen. Und manchmal bewegt sich der Boden stärker, als es für eine präzise Linie angenehm wäre.

Das verlangt Flexibilität.

Ich kann nicht mein gesamtes Atelier mitnehmen. Deshalb überlege ich vorher genau, welche Farben, Pinsel, Malgründe und Hilfsmittel ich wirklich brauche. Manche Arbeitsschritte bereite ich bereits zu Hause vor. Andere entstehen bewusst erst an Bord.

Trotz aller Planung bleibt ein Teil unvorhersehbar.

Genau das ist anstrengend – und zugleich inspirierend.

Ein Atelier auf Reisen zwingt mich, Entscheidungen schneller zu treffen. Ich muss akzeptieren, dass nicht jede Situation kontrollierbar ist. Statt mich vollständig abzuschotten, arbeite ich inmitten einer Umgebung, die sich ständig verändert.

Menschen gehen vorbei. Stimmen sind zu hören. Eine Veranstaltung beginnt früher. Das Schiff legt an. Das Licht fällt plötzlich anders auf die Leinwand.

Im ersten Moment stört das die Konzentration.

Später kann daraus ein anderer Arbeitsrhythmus entstehen.

Das bewegte Atelier passt erstaunlich gut zu meiner Vorstellung von Flow. Ein Bild wächst nicht nur aus einem festen Plan. Es entwickelt sich im Zusammenspiel von Erfahrung, Aufmerksamkeit und dem, was gerade geschieht.

Gleichzeitig verändert das Reisen meine Wahrnehmung. Farben, Pflanzen, Architektur und Lichtstimmungen werden zu einem visuellen Archiv, auf das ich später im Atelier zurückgreife.


AIDA Kunstreise mit Ekaterina Moré

3. Live-Malerei zwischen Kontrolle und Flow

Live-Malerei ist eine besondere Form des Arbeitens.

Im Atelier darf ein Bild unfertig, widersprüchlich oder sogar misslungen aussehen. Niemand beobachtet die Zwischenphasen. Ich kann eine Fläche überarbeiten, eine Linie wieder entfernen oder das Werk mehrere Tage einfach nur ansehen.

Auf der Bühne gibt es diesen Schutz nicht.

Die Gäste sehen, wie ein Bild entsteht. Oft wird der Malprozess zusätzlich auf eine große Leinwand übertragen. Jeder Pinselstrich wird sichtbar. Jede Entscheidung geschieht im Moment.

Das erzeugt Spannung.

Nicht nur beim Publikum. Auch bei mir.

Während einer Künstlerreise durch Nordeuropa war der Wellengang deutlich stärker als erwartet. Ich stand vor der Staffelei und versuchte zunächst, so zu malen wie im Atelier.

Doch der Boden bewegte sich unter meinen Füßen.

Eine ruhige, kontrollierte Linie wurde plötzlich schwieriger. Mein erster Impuls war, die Bewegung auszugleichen. Ich wollte dagegenarbeiten.

Irgendwann merkte ich, dass genau das nicht funktionierte.

Also ließ ich los.

Ich nahm den Rhythmus des Schiffes an und bezog ihn in meine Bewegung ein. Der Pinsel folgte nicht mehr nur meiner Hand, sondern auch dem leichten Schwanken unter meinen Füßen.

Diese Erfahrung war fast sinnbildlich für meinen Flowismus.

Flow bedeutet für mich nicht, dass alles leicht und mühelos geschieht. Es bedeutet auch nicht, die Kontrolle vollständig aufzugeben. Es ist eher ein Zustand, in dem Konzentration, Erfahrung und Bewegung zusammenfinden.

Man ist aufmerksam, aber nicht verkrampft.

Man entscheidet, ohne jeden Schritt vorher erklären zu müssen.

Bei einem anderen Bühnenauftritt war ich so tief in den Malprozess versunken, dass ich eine Frage des Moderators zunächst kaum wahrnahm. Das Publikum bemerkte diesen Moment. Später erzählten mir einige Gäste, wie berührend es gewesen sei, einem Menschen dabei zuzusehen, wie er ganz in seiner Arbeit verschwindet.

Für mich selbst fühlte es sich weniger spektakulär an.

Ich war einfach im Bild.

Gerade darin liegt vielleicht die besondere Wirkung von Live-Malerei. Die Gäste sehen nicht nur eine Technik. Sie erleben Konzentration, Unsicherheit, Korrektur und spontane Entscheidung.

Ein fertiges Kunstwerk kann sehr geschlossen wirken. Fast selbstverständlich.

Beim Entstehen zeigt sich, dass es aus vielen kleinen Entscheidungen besteht.

Welche Farbe bekommt mehr Raum?

Wo braucht das Bild Ruhe?

Welche Linie trägt die Komposition?

Und wann ist der Moment gekommen, nicht weiterzumalen?

Live-Malerei macht diesen Prozess sichtbar. Sie zeigt auch, dass künstlerische Arbeit nicht aus einem plötzlichen Einfall allein entsteht. Sie beruht auf jahrelanger Erfahrung, handwerklicher Sicherheit und der Bereitschaft, auf Unvorhergesehenes zu reagieren.

Auf einem fahrenden Schiff wird genau das besonders deutlich.

Mehr dazu:

➤ Zum Artikel: "Flowismus: Weiblichkeit, Lebensfreude & moderne Kunst im Fluss"

➤ Zum Artikel: "Tanz der Farben auf hoher See: Flowismus-Kunst bei AIDA erleben"

 

AIDA Kunstgalerie bei AIDA Cruises mit Ekaterina Moré

4. Was Gäste sehen, wenn Kunst vor ihren Augen entsteht

Ein fertiges Bild wirkt oft selbstverständlich. Unsichtbar bleiben die Entscheidungen, Korrekturen und Pausen, die während seiner Entstehung notwendig waren.

Bei einer Live-Malerei erleben die Gäste genau diese Zwischenphasen. Sie sehen, wie eine Linie verändert wird, eine Farbe durch weitere Schichten ihren Platz findet und ich immer wieder zurücktrete, um das Bild aus der Entfernung zu betrachten.

Häufig werde ich gefragt, ob ich bereits vor Beginn genau weiß, wie das fertige Werk aussehen wird.

Die ehrliche Antwort lautet: nur zum Teil.

Ich beginne mit einer Idee, einer Komposition und einer bestimmten Farbwelt. Doch während des Malens entsteht ein Dialog mit dem Bild. Manche Entscheidungen sind geplant. Andere ergeben sich erst aus dem, was bereits auf der Leinwand geschehen ist.

Auch der richtige Moment zum Aufhören lässt sich nicht nach einer festen Regel bestimmen. Irgendwann beginnt die Komposition zu tragen. Die einzelnen Elemente stehen nicht mehr nebeneinander, sondern bilden eine Einheit.

Genau diese Entwicklung bleibt beim fertigen Werk normalerweise verborgen. Bei einer Live-Malerei wird sie für einen kurzen Moment sichtbar.

 

AIDA Kunstgalerie Kunstauktion mit Originalgemälde von Ekaterina Moré

5. Gespräche, die den Blick auf meine Kunst verändern

Die wichtigsten Begegnungen auf Künstlerreisen entstehen nicht immer auf der Bühne.

Manche beginnen in der Galerie. Andere beim Frühstück, an einer Bar oder ganz beiläufig auf dem Weg durch das Schiff.

Ein Gast bleibt vor einem Bild stehen und erzählt mir, woran ihn eine bestimmte Frau erinnert. Jemand erkennt in einer Haltung die eigene Mutter, eine frühere Lebensphase oder einen Teil seiner Persönlichkeit. Eine Blume wird plötzlich mit einem Garten aus der Kindheit verbunden.

Solche Interpretationen kann ich nicht planen.

Und genau deshalb sind sie für mich so wertvoll.

Ich habe eine eigene Vorstellung davon, was ein Bild bedeutet. Ich kenne seine Entstehung, seine Symbole und die Gedanken, die mich dabei begleitet haben. Doch sobald ein Werk das Atelier verlässt, beginnt ein zweites Leben.

Jeder Mensch betrachtet es mit seiner eigenen Geschichte.

Auf Künstlerreisen wird dieser Prozess unmittelbar sichtbar. Gäste erzählen mir nicht nur, ob ihnen ein Werk gefällt. Sie erklären, was sie darin sehen und weshalb es sie berührt.

Manchmal überrascht mich ihre Deutung.

Ein Motiv, das für mich Stärke ausdrückt, wird von jemand anderem als Verletzlichkeit gelesen. Eine ruhige Frauenfigur wirkt auf einen Gast selbstbewusst, auf einen anderen melancholisch. In einer Blüte erkennt jemand Aufbruch, während ein anderer sie mit Vergänglichkeit verbindet.

Keine dieser Wahrnehmungen ist falsch.

Ein Kunstwerk muss nicht auf eine einzige Bedeutung reduziert werden. Es darf offen bleiben und verschiedene persönliche Zugänge ermöglichen.

Gerade deshalb möchte ich meine Bilder nicht zu vollständig erklären.

Ich kann erzählen, warum ich ein Motiv gewählt habe oder welche Symbolik mich beschäftigt. Aber ich möchte dem Betrachter nicht vorschreiben, was er empfinden soll.

Die stärksten Gespräche entstehen dort, wo sich meine Geschichte und die Geschichte des anderen berühren, ohne identisch zu sein.

Viele Gäste fragen mich, warum ich so häufig Frauen male.

Für mich ist die Frau ein Symbol der Seele. Sie verkörpert innere Stärke, Sinnlichkeit, Sehnsucht, Verletzlichkeit und die Fähigkeit zur Veränderung. Doch die Menschen vor meinen Bildern verbinden diese Figuren oft mit sehr konkreten Erfahrungen.

Dadurch verstehe auch ich meine eigenen Werke immer wieder neu.

In den letzten Jahren fiel mir besonders auf, dass viele Menschen nicht nur nach Schönheit suchen. Sie suchen nach Bedeutung und persönlichen Symbolen.

Sie möchten in einem Bild etwas entdecken, das mit ihrem eigenen Leben verbunden ist.

Diese Beobachtung beeinflusst meine weitere Arbeit. Pflanzen, Tiere, mythologische Figuren und archetypische Frauenbilder werden für mich immer interessanter. Nicht als dekorative Zeichen, sondern als offene Träger verschiedener Bedeutungen.

Auch meine floralen Werke werden auf diese Weise gelesen.

Eine Blume ist für den einen einfach schön. Für jemand anderen steht sie für eine bestimmte Person, einen Neubeginn oder eine Phase des Loslassens.

Solche Gespräche erinnern mich daran, dass Kunst nicht nur aus dem entsteht, was ich in ein Bild hineinlege.

Sie entsteht auch aus dem, was andere Menschen darin finden.


6. Reiseziele als visuelles Archiv

Auf Künstlerreisen sammle ich nicht nur Eindrücke. Ich sammle Farben, Formen, Lichtstimmungen und kleine Beobachtungen.

Ich fotografiere viel. Oft nicht die großen Sehenswürdigkeiten, sondern Details, an denen andere vielleicht vorbeigehen: eine ungewöhnliche Blüte, eine verwitterte Wand, ein Muster in einer Fassade, ein Schatten auf dem Wasser oder eine Frau, deren Haltung mich berührt.

Diese Bilder werden später zu einem visuellen Archiv.

Ich übernehme sie nicht wörtlich in meine Kunst. Meist verbinden sie sich mit anderen Erinnerungen, manchmal über Jahre hinweg. Aus einer Pflanze wird eine neue Linienführung. Aus einer Farbwirkung entsteht eine Komposition. Aus der Atmosphäre eines Ortes entwickelt sich eine ganze Bildwelt.

Asien: Farben, Pflanzen und die Idee des Paradieses

Während einer Reise durch Asien fotografierte ich Hunderte von Motiven. Mich faszinierten die üppige Vegetation, das intensive Licht, exotische Blüten und die Verbindung von Türkis, Grün und warmen Farbtönen.

Daraus entstand die Idee einer paradiesischen Bildwelt.

Nicht als naturgetreue Darstellung eines bestimmten Ortes. Mich interessierte vielmehr das Gefühl dahinter: Fülle, Wärme, Lebendigkeit und die Sehnsucht nach einem Raum, in dem sich der Mensch wieder mit sich selbst verbunden fühlt.

In diesen Motiven blieb die Frau im Mittelpunkt. Nicht als Reisende vor exotischer Kulisse, sondern als Symbol der Seele innerhalb einer üppigen, beinahe traumhaften Natur.

Manche Reiseeindrücke werden sofort zu einer Bildidee. Andere bleiben zunächst nur als Farbe zurück.

Bei Asien war es vor allem dieses Leuchten.

Frankreich: Eleganz zwischen Honfleur und Deauville

Die französische Atlantikküste löste etwas anderes in mir aus.

Honfleur mit seinem Hafen, den schmalen Fassaden und dem wechselnden Licht besitzt eine fast malerische Dichte. Deauville wirkt eleganter und inszenierter. Dort verbinden sich Architektur, Mode, Meer und ein Hauch vergangener Zeiten.

Diese Atmosphäre passt zu meinem Feminine Glamourism.

Mich interessieren Orte, an denen Eleganz nicht laut oder demonstrativ erscheint. Sie zeigt sich in einer Haltung, in Proportionen, Farben oder einem bestimmten Lebensgefühl.

Solche Eindrücke fließen später in meine Frauenbilder ein. Vielleicht über ein Kleid, eine Geste, eine Farbpalette oder die stille Selbstverständlichkeit, mit der eine Frau im Bild Raum einnimmt.

Nicht jedes Werk lässt sich auf einen einzelnen Ort zurückführen. Aber manche Orte schärfen den Blick für das, was bereits in der eigenen Kunst angelegt ist.

Giverny: Durch Monets Garten mit den Augen einer Künstlerin

Der Besuch in Claude Monets Haus und Garten in Giverny war für mich besonders eindrücklich.

Ich kannte seine Bilder natürlich. Doch einen Garten zu betreten, der über Jahrzehnte Teil der Wahrnehmung und Arbeit eines Künstlers war, ist etwas anderes.

Plötzlich sieht man nicht nur Seerosen, Wege und Pflanzen.

Man erkennt, wie bewusst ein Künstler seine Umgebung betrachtet und vielleicht sogar gestaltet, um immer wieder neue Farb- und Lichtbeziehungen zu entdecken.

Mich faszinierte das Zusammenspiel von Natur und Komposition. Pflanzen wirkten dort nicht wie einzelne botanische Motive, sondern wie Teile eines großen, ständig wechselnden Bildes.

Diese Erfahrung gewann später zusätzliche Bedeutung, als ich mich intensiver mit floraler Kunst beschäftigte.

Meine Blumenbilder sind keine botanischen Studien. Auch bei ihnen geht es um Rhythmus, Fläche, Farbe und die Frage, wie eine Blüte einen ganzen Bildraum beherrschen kann.

Manchmal führt eine Reise nicht direkt zu einem fertigen Werk.

Sie verändert zunächst nur die Art, wie man sieht.

 

7. Wie Künstlerreisen meine Bildwelten geprägt haben

Meine Kunststile sind nicht allein auf Reisen entstanden. Doch die Künstlerreisen haben viele Gedanken verstärkt, neue Verbindungen geschaffen und meiner Arbeit zusätzliche Richtungen eröffnet.

Dabei geht es weniger darum, Reiseziele abzubilden. Entscheidend ist, was sie in mir auslösen.

Flowismus – Bewegung annehmen

Das Meer ist niemals vollkommen still.

Selbst bei ruhiger See bleibt eine leichte Bewegung. Lichtreflexe verändern sich. Horizonte verschieben sich. Das Schiff trägt den eigenen Körper in einem Rhythmus, den man nicht selbst bestimmt.

Diese Erfahrung passt zu einem zentralen Gedanken meines Flowismus: Nicht alles lässt sich kontrollieren.

Die fließenden Linien meiner Werke stehen für Bewegung, Veränderung und das Vertrauen darauf, dass Entwicklung nicht immer geradlinig verläuft.

Beim Malen auf See wurde dieser Gedanke körperlich spürbar. Ich musste mich anpassen, ohne meine künstlerische Klarheit zu verlieren.

Flow bedeutet für mich deshalb nicht bloß Leichtigkeit.

Es bedeutet, aufmerksam zu bleiben und trotzdem nicht gegen jede Veränderung anzukämpfen.

Feminine Glamourism – Orte, Haltung und zeitlose Eleganz

Der Feminine Glamourism lebt von starken Frauenfiguren, klaren Formen und einer modernen Interpretation des Art déco.

Auf Reisen beobachte ich besonders aufmerksam, wie Menschen sich in Räumen bewegen. Eine elegante Bar, ein historisches Hotel, eine Küstenstadt oder ein besonderer Abend an Bord können eine Atmosphäre erzeugen, die später in einem Bild weiterlebt.

Mich interessiert dabei nicht Oberflächlichkeit.

Eleganz ist für mich eine Form innerer Präsenz.

Die Frauen in meinen Bildern müssen nichts beweisen. Sie wirken, weil sie sich ihrer selbst bewusst sind. Gerade auf Reisen begegne ich immer wieder Frauen, deren Haltung, Stil oder Ausstrahlung mich anregt.

Manchmal bleibt nur ein Blick in Erinnerung. Manchmal entsteht daraus später eine Figur.

Floral Glamourism – Blumen als eigenständige Persönlichkeiten

Meine floralen Arbeiten entwickelten sich aus einer langen Beschäftigung mit Natur, Ornament, Farbe und weiblicher Symbolik.

Auf Reisen begegnen mir Blumen in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen: in botanischen Gärten, historischen Parks, Hotelinterieurs, Fassadenornamenten oder ganz beiläufig am Wegesrand.

Irgendwann wollte ich sie nicht mehr nur als Begleitung meiner Frauenfiguren zeigen.

Sie sollten selbst im Mittelpunkt stehen.

Im Floral Glamourism vergrößere und vereinfache ich Pflanzenformen. Ich verbinde sie mit klaren Flächen, Strukturen und goldenen Akzenten. Dadurch wirken die Blumen beinahe wie Persönlichkeiten: kraftvoll, still, sinnlich oder geheimnisvoll.

Bei meiner Künstlerreise mit AIDAprima nach Norwegen präsentierte ich diese floralen Werke erstmals gemeinsam mit meinen Frauenbildern.

Die Reaktionen bestätigten mir, dass beide Werkreihen dieselbe innere Sprache sprechen.

Frauen und Blumen stehen in meiner Kunst für Entwicklung, Schönheit, Verletzlichkeit und die Kraft, sichtbar zu werden.

 AIDA Kunstgalerie - sinnliche Frauengemälde von Ekaterina Moré

8. Was Künstlerreisen von gewöhnlichen Ausstellungen unterscheidet

Eine klassische Ausstellung konzentriert sich meist auf das fertige Werk.

Die Bilder hängen an der Wand. Der Künstler ist vielleicht bei der Eröffnung anwesend, aber der Entstehungsprozess bleibt weitgehend unsichtbar.

Bei einer Künstlerreise verändert sich dieses Verhältnis.

Ich bin nicht nur mit meinen Arbeiten vertreten. Ich werde selbst Teil der Begegnung. Gäste sehen mich auf der Bühne, beobachten mich beim Malen und können direkt Fragen stellen.

Dadurch entsteht eine andere Nähe.

Ein Bild erhält plötzlich eine Stimme, eine Geschichte und einen sichtbaren Entstehungsprozess. Gleichzeitig erfahre ich unmittelbar, wie Menschen darauf reagieren.

Diese Nähe kann herausfordernd sein.

Als Künstlerin zeigt man nicht nur das Ergebnis, sondern auch einen Teil der Unsicherheit und der Entscheidungen, die normalerweise im Atelier verborgen bleiben. Man muss erklären können, ohne die Bilder zu zerreden. Man muss offen sein, ohne jede Interpretation festzulegen.

Gerade darin liegt aber auch der Wert.

Ich habe auf diesen Reisen erlebt, wie Menschen, die zunächst sagten, sie würden sich mit Kunst nicht auskennen, plötzlich sehr genaue Beobachtungen machten. Sie sahen eine bestimmte Spannung in einer Figur. Sie erkannten eine Stimmung oder verbanden eine Farbe mit einer persönlichen Erinnerung.

Kunst braucht nicht immer Vorwissen.

Sie braucht Aufmerksamkeit.

Auch der Ort verändert die Begegnung. Auf einem Schiff sind Menschen aus ihrem Alltag herausgelöst. Sie haben mehr Zeit, kehren mehrfach an einem Bild vorbei und erleben es in unterschiedlichen Stimmungen.

Vielleicht begegnen sie ihm morgens nach einem Ausflug anders als abends nach einem Gespräch.

Dadurch kann sich langsam eine Beziehung entwickeln.

Wie die AIDA Kunstgalerien, Kunstauktionen und der Erwerb eines Werkes an Bord funktionieren, beschreibe ich ausführlicher in meinem Hauptartikel über die AIDA Kunstgalerie.

Hier interessiert mich vor allem etwas anderes:

Was geschieht, wenn der Künstler nicht nur seine Werke zeigt, sondern selbst anwesend bleibt?

Dann wird aus einer Ausstellung ein Dialog.

Mehr dazu:

➤ Zum Artikel: "Kunstreise mit AIDA: Von Kiel in die Karibik – Farben, Wellen & Begegnungen"

➤ Zum Artikel: "Meine Künstlerreise mit AIDAprima nach Norwegen"

 

9. Was nach einer Künstlerreise im Atelier weiterlebt

Eine Reise endet im Hafen. Künstlerisch endet sie oft viel später.

Wenn ich nach Hause zurückkehre, bringe ich nicht nur Fotos und Skizzen mit. Es bleiben Gespräche, Farben, Landschaften, einzelne Sätze und manchmal ein Eindruck, den ich zunächst gar nicht einordnen kann.

Im Atelier beginnt ein anderer Prozess.

Ich sehe das gesammelte Material durch. Manche Aufnahmen verlieren schnell ihre Bedeutung. Andere ziehen mich immer wieder an. Vielleicht ist es nur eine Farbkombination, eine Pflanzenform oder ein Lichtreflex auf dem Wasser.

Dann beginnt die Verwandlung.

Aus einer konkreten Erinnerung wird langsam etwas Eigenständiges. Motive lösen sich von ihrem ursprünglichen Ort. Sie verbinden sich mit meinen Themen und meiner Bildsprache.

Ein Garten wird nicht einfach zum Gartenbild, er kann zur Metapher für Wachstum werden.

Eine Frau, der ich an Bord begegnet bin, erscheint später vielleicht nicht als Porträt, sondern als Haltung oder Ausdruck in einer neuen Figur.

Ein Fjord, eine Küstenstadt oder ein regnerischer Tag kann in einer Farbwelt weiterleben, ohne dass der Ort im fertigen Werk noch eindeutig erkennbar ist.

Auch Gespräche wirken nach.

Besonders dann, wenn Gäste in meinen Bildern etwas gesehen haben, das mir selbst bisher nicht bewusst war. Solche Rückmeldungen verändern nicht sofort meine Arbeit. Aber sie schärfen meine Aufmerksamkeit.

In den letzten Jahren wurde mir immer deutlicher, dass Menschen in Kunst nicht nur Schönheit suchen.

Sie suchen Bedeutung.

Sie möchten sich selbst wiederfinden, einen inneren Zustand erkennen oder einem Gefühl eine sichtbare Form geben.

Diese Erkenntnis beeinflusst meine neuen Motive. Symbolik, Pflanzen, weibliche Archetypen und persönliche Interpretationsräume werden für mich wichtiger.

Vielleicht ist das der nachhaltigste Wert einer Künstlerreise:

Ich zeige meine Kunst – und kehre mit einem veränderten Blick auf sie zurück.

Das Schiff fährt weiter. Die Reise endet.

Doch manche Bilder beginnen erst danach.

 AIDA Kunstgalerie Flowismus Kunststil von Ekaterina Moré

10. Häufige Fragen zu meinen Künstlerreisen mit AIDA

Seit wann arbeitest du als Künstlerin mit AIDA zusammen?

Meine Werke sind seit über 15 Jahren in den AIDA Kunstgalerien vertreten. Mehrere Reisen habe ich persönlich als Gastkünstlerin begleitet. Dabei präsentierte ich meine Bilder an Bord, führte Künstlergespräche und malte live vor Publikum.

Was macht eine Künstlerin während einer AIDA-Künstlerreise?

Das Programm kann je nach Reise variieren. Zu meinen Aufgaben gehören die Präsentation meiner Werke, Bühneninterviews, Live-Malerei und Gespräche mit Gästen in der Galerie. Hinzu kommen gemeinsame Aktionen mit dem Galerieteam und viele spontane Begegnungen außerhalb des offiziellen Programms.

Entstehen die Bilder vollständig an Bord?

Nicht immer. Größere Gemälde benötigen viele Arbeitsschritte und Farbschichten. Deshalb bereite ich manche Bereiche bereits in meinem Atelier vor und arbeite an Bord daran weiter. Kleinere Werke oder einzelne Bildphasen können vollständig während der Reise entstehen.

Wie beeinflussen die Reiseziele deine Kunst?

Ich sammle unterwegs Farben, Pflanzenformen, Architektur, Lichtstimmungen und fotografische Eindrücke. Diese Motive kopiere ich nicht direkt. Sie verbinden sich später mit meiner eigenen Bildsprache und können Monate danach in Frauenbildern, floralen Werken oder neuen Farbwelten wieder auftauchen.

Warum malst du auf Künstlerreisen live vor Publikum?

Live-Malerei macht einen sonst verborgenen Prozess sichtbar. Die Gäste erleben Farbaufbau, Veränderungen, Pausen und spontane Entscheidungen. Für mich entsteht dabei ein direkter Dialog: Menschen sehen nicht nur das fertige Werk, sondern auch die Konzentration und Arbeit dahinter.

Wo kann man deine Werke auf AIDA entdecken?

Meine Frauenbilder und floralen Originalwerke sind in den AIDA Kunstgalerien vertreten. Da AIDA mit vielen Künstlern arbeitet, sind sie nicht immer sichtbar ausgestellt. Frage das Galerieteam gezielt nach Ekaterina Moré. Mehr über Ausstellungen und Kunstkauf an Bord erfährst du in meinem Beitrag über die AIDA Kunstgalerie.


Eine Künstlerreise endet für mich nicht mit dem letzten Bühnenauftritt und auch nicht in dem Moment, in dem das Schiff wieder im Hafen liegt.

Etwas bleibt zurück.

Vielleicht eine Farbe aus einem Garten. Die Bewegung des Meeres. Die Haltung einer Frau, der ich an Bord begegnet bin. Oder ein Satz aus einem Gespräch, dessen Bedeutung ich erst später verstehe.

Diese Eindrücke begleiten mich zurück ins Atelier. Dort lösen sie sich langsam von der Reise und verbinden sich mit meiner eigenen Bildsprache.

Manche werden zu Frauenfiguren. Andere zu Blumen, Symbolen oder neuen Farbwelten.

So reist ein Teil jeder Erfahrung weiter.

Nicht mehr auf dem Meer, sondern im nächsten Bild.


Mehr dazu:

➤ Zum Artikel: "Feminine Glamourism – Exklusive Kunst im modernen Art Deco Stil"

➤ Zum Artikel: "Sehnsucht nach dem Paradies – Exotische Frauenporträts in der AIDA Kunstgalerie"


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