Baden Journal - "Regina Halmich, die Karlsruher Muse"

Baden Journal - "Regina Halmich, die Karlsruher Muse"

Baden Journal – “Regina Halmich - Die Karlsruher Muse”
Ein Artikel von Patricia Kurowski

Seit 2500 Jahre begleiten neun gottgleiche, geheimnisvolle Wesen die Menschheit: die Musen. Schutzgöttinnen, die nicht nur über die Geschichtsschreibung, Tanz und Astronomie wachen, sondern auch über Dichtung und Kunst.

Nun verhilft die erfolgreiche Malerin Ekaterina Moré den Schutzgöttinnen zu einem Comeback. Kein Wunder, es gibt doch auch in unserer Zeit diese fast fabelgleichen Wesen, die mit ihrer Schönheit und ihrem Talent unser leben beeinflussen. Eine dieser fantastischen Frauen hat Ekaterina Moré in Karlsruhe gefunden - und macht sie zu ihrer Muse Melpomene, der Muse der Tragödie: Regina Halmich. Doch tragisch ist die Karlsruher Muse keineswegs. Aus 56 Profikämpfen ist sie 54 Mal als Siegerin hervorgegangen und wurde im letzten Jahr von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Würtemberg ausgezeichnet.

"Regina hat mich als Mensch schon immer fasziniert", schwärmt die Moré auf die Frage, warum sie sich dafür entschieden hat, die Boxlegende zu einer Muse der Neuzeit zu erheben. "Sie vereinigt wie keine andere Frau kämpferische, fast männliche Attribute und sanfte Weiblichkeit". Bereits im Vorfeld des Fotoshootings, für das die Künstlerin eigens nach Karlsruhe gereist ist, hat sie Regina mit einem Cabrio auf Leinwand gebannt. Und obwohl Ekaterina Moré ihre weiblichen Modelle stets stilisiert malt, erstrahlen Reginas Augen unverkennbar auf der Leinwand.

Mit ihrer künstlerischen Neuinterpretation der neun Musen greift die aus St. Petersburg stammende Moré die aktuelle Diskussion um Weiblichkeit und Erotik auf und bezieht sich dabei auf die Theorien des Psychotherapeuten und Bestsellerautors Dr. Rüdiger Dahlke. In seinem Buch "Mythos Erotik" behandelt Dahlke die Thematik des Geschlechterkampfs und stellt die vielbeachtete These auf, dass die Gleichheit von Mann und Frau sich kontraproduktiv auf alle Bereiche der menschlichen Beziehung auswirkt.

Für Ekaterina Moré liegt gerade in dieser Verschiedenheit der Reiz. "Frauen sind Hauptmotiv meiner Arbeit. Sie stehen in meiner Kunst für Emotionen, die Sinnlichkeit und das Irrationale, das einen Gegenpol zu dem Männlichen, Verstand orientierten bildet", sagt Moré über ihre charakteristischen Bilder. "Jeder Mensch trägt beide Teile in sich, das Weibliche und das Männliche", erläutert die Künstlerin den Ausgangspunkt ihrer gestalterischen Inspiration. "Ohne Einbeziehung des Gegenpols, des Männlichen, kann der weibliche Pol keine Vollendung finden. Aber ich habe das Gefühl, dass gerade das emotionale Weibliche in unserer rationalen Welt wenig Wertschätzung findet. Ich möchte in miner Kunst die ganze Schönheit und Stärke dieser Urkraft in ihren unterschiedlichen Aspekten zeigen".

Unterstützung erhält die Malerin dabei von acht weiteren prominenten Damen, die sich für ihre Weiblichkeit ebenfalls nicht schämen wollen. Den Anfang machten Valerie Niehaus, Tina Ruland, Xenia Seeberg, Tanja Bülter und Annabelle Mandeng in der vergangenen Woche bei einem Fotoshooting in Berlin. Nach dem Fotoshooting mit Regina Halmich in Karlsruhe rest die Künstlerin direkt weiter nach München, um Anna Maria Kaufmann und Sonja Kiefer in Musen zu verwandeln. Den Abschluss bildet Jenny Jürgens, die Ekaterina Moré in Düsseldorf Modell stehen wird. Und wo kann man die Musen bewundern? "Natürlich werden die Bilder auch in Karlsruhe ausgestellt", lächelt die quirlige Künstlerin auf die Frage. Und wer will, kann sich seine Lieblingsmuse dann direkt nach Hause holen, denn die Bilder werden für wohltätige Zwecke versteigert.

 

 

Artikel zum Projekt "Moderne Musen"

 

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